Gemeinderat fasst Beschlüsse zu Stadtentwicklung, Bürgerbudget und Mobilität
Der Künzelsauer Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Dienstag, 29. September 2026, über mehrere Themen für die weitere Entwicklung der Stadt entschieden. Auf der Tagesordnung standen unter anderem Bebauungspläne, Investitionen in die Infrastruktur, das Bürgerbudget, die Fortschreibung der Strategie 2040 und ein integriertes Mobilitätskonzept.
Bebauungsplan für den Stadteingang Stuttgarter Straße beschlossen
Christine Tritschler, der ORplan Partnerschaftsgesellschaft für Architektur und Städtebau mbB, erläuterte den aktuellen Stand des Bebauungsplans „Stadteingang Stuttgarter Straße“. Weitere Fachgutachten wurden unter anderem von Planbar Güthler, dem Ingenieurbüro Dr.-Ing. Frank Dröscher und Schuster Umweltplan erarbeitet. Der Gemeinderat stimmte der Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen zu und beschloss den Bebauungsplan mit örtlichen Bauvorschriften als Satzung. Der Beschluss erfolgte bei einer Enthaltung mehrheitlich.
Solarpark Amrichshausen geht in die nächste Planungsphase
Über den aktuellen Planungsstand beim Solarpark Amrichshausen informierte Joachim Ettwein von der Klärle Gesellschaft für Landmanagement und Umwelt mbH. Das Büro Klärle hatte auch den Abwägungsvorschlag und den überarbeiteten Entwurf erarbeitet. Nach der frühzeitigen Beteiligung wurden die eingegangenen Stellungnahmen behandelt. Nun folgt die öffentliche Auslegung des Entwurfs. Der Gemeinderat beschloss das weitere Vorgehen einstimmig.
Freiflächen-Photovoltaikanlage in Berndshausen beschlossen
Beim Sondergebiet für eine Freiflächen-Photovoltaikanlage in Berndshausen standen insbesondere die notwendigen Verträge und der Satzungsbeschluss im Mittelpunkt. Die Planungsunterlagen stammen vom Büro BIT Stadt + Umwelt. Zwischen der Stadtverwaltung Künzelsau und den Vorhabenträgern werden städtebauliche Verträge geschlossen. Darin ist unter anderem auch die Herstellung eines Batteriespeichers verbindlich geregelt. Die erneute Beschlussfassung war notwendig geworden, weil ein zuvor vorgelegter öffentlich-rechtlicher Vertrag korrigiert werden musste. Inhaltlich ergeben sich dadurch für das Gesamtvorhaben keine wesentlichen Änderungen. Der Gemeinderat stimmte einstimmig zu.
Abwasserpumpwerk Berndshausen wird technisch erneuert
Für das Abwasserpumpwerk Berndshausen soll die technische Ausstattung erneuert werden. Das Pumpwerk sammelt das Abwasser aus Berndshausen und soll künftig zusätzlich Büttelbronn und Wolfsölden anbinden. Die Elektroplanung sowie die Umsetzung der Fernwirktechnik und der Elektro-, Mess-, Steuer- und Regeltechnik übernimmt die Firma HST aus Meschede. Die Tiefbauarbeiten haben bereits begonnen. Die Vergabe wurde einstimmig beschlossen.
Wasserleitungen am Südhang werden erneuert
Bernd Scheiderer, Technischer Leiter der KünWerke, berichtete über die geplante Erneuerung der Wasserleitungen im Zollstockweg und in der Straße Am Hohenberg. Die Leitungen stammen überwiegend aus den 1950er- und 1960er-Jahren. Ihr Querschnitt ist durch Ablagerungen teilweise stark reduziert. In den vergangenen fünf Jahren kam es im betroffenen Bereich zu 16 Rohrbrüchen. Der Gemeinderat vergab die Arbeiten einstimmig an die Steinbrenner GmbH aus Blaufelden, die das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hat.
50.000 Euro aus dem Bürgerbudget gehen an drei Projekte
Rafaela van Dorp, Leiterin Stabsstelle Nachhaltige Entwicklung und Bürgerbeteiligung der Stadtverwaltung Künzelsau, präsentierte das Ergebnis der Abstimmung zum Künzelsauer Bürgerbudget 2026/2027. Insgesamt hatten zehn Projekte zur Wahl gestanden. Einwohnerinnen und Einwohner ab 16 Jahren konnten bis Mitte September ihre Stimme abgeben.
Gefördert werden die Erneuerung des alten Feuerwehrgerätehauses in Laßbach zu einem Treffpunkt mit 20.000 Euro, die Sanierung von Küche und Sanitärbereich im Dorfgemeinschaftshaus Haag mit 15.000 Euro sowie die Erneuerung der Sportplatzanlage auf dem Mühlwiesengelände des SC Kocherstetten mit 15.000 Euro. Der Gemeinderat nahm die vorgeschlagene Mittelvergabe mehrheitlich an.
Strategie 2040 wird fortgeschrieben
Mit der Fortschreibung der Strategie 2040 knüpft die Stadt an die Strategieklausur von Gemeinderat und Stadtverwaltung an. Im Mittelpunkt stehen weiterhin die sechs Handlungsfelder Zusammenhalt, Infrastruktur, Gesundheit, Wohnen, Mobilität und Klima. Die dort entwickelten Schwerpunkte wurden auf konkrete Maßnahmen für die Jahre 2026 und 2027 heruntergebrochen. Der Gemeinderat beschloss die Fortschreibung bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung mehrheitlich.
Integriertes Mobilitätskonzept für Künzelsau
Melissa Neumann, Klimamanagerin der Stadtverwaltung Künzelsau, gab einen Überblick über die geplanten Inhalte des integrierten Mobilitätskonzepts. Dieses soll die Mobilitäts- und Verkehrsentwicklung in Künzelsau künftig ganzheitlich betrachten. Dazu gehören unter anderem Fuß- und Radverkehr, öffentlicher Nahverkehr, motorisierter Individualverkehr sowie Wirtschafts- und Pendlerverkehre. Auch Verkehrssicherheit, Barrierefreiheit, die Verkehrssituation an Schulen und Kindertagesstätten und das Parkraummanagement sollen einbezogen werden. Der Grundsatzbeschluss wurde bei einer Enthaltung mehrheitlich gefasst.
Neue Strom- und Gaskonzessionsverträge
Jens Mergenthaler, Stellvertretende Amtsleitung und Leitung der Fachbereiche Rechnungswesen/Controlling und KünWerke der Stadtverwaltung Künzelsau, erläuterte die Neuvergabe der Strom- und Gaskonzessionen ab 1. Juli 2027. Für das Stromnetz im Stadtgebiet ohne Morsbach und für das Gasnetz bleibt die Netze BW GmbH Vertragspartnerin. Für das Stromnetz im Stadtteil Morsbach wird der Vertrag mit der Stadtwerk Tauberfranken GmbH fortgeführt. Die neuen Konzessionsverträge haben eine Laufzeit von 20 Jahren. Der Gemeinderat stimmte den drei Verträgen einstimmig zu.
Annahme von Spenden
Seit der letzten Beschlussfassung im Juli sind zehn Spenden und Zuwendungen mit einem Gesamtwert von 250.693,30 Euro eingegangen. Den größten Anteil steuert die Adolf Würth GmbH & Co. KG bei: 185.464,62 Euro sind für den Wartbergturm bestimmt, weitere 62.000 Euro für das Arboretum in den Wertwiesen. Die Dorfgemeinschaft Nagelsberg e.V. spendet 1.000 Euro für einen Defibrillator im Dorfgemeinschaftshaus Nagelsberg. Für ein Bürgerbudgetprojekt in Nitzenhausen kommen 1.332,48 Euro von der Zimmerei Stefan Kraft.
Weitere Zuwendungen gehen an die städtischen Kindergärten. Die Evangelische Kirchengemeinde Künzelsau spendet jeweils 129,85 Euro aus dem Opfergeld des Taläckerfests an die Kindergärten im Käthe-Kollwitz-Weg und in der Leonardo-da-Vinci-Straße. Hinzu kommen 190,50 Euro vom Elternbeirat des Kindergartens Käthe-Kollwitz-Weg und 296 Euro vom Elternbeirat des Kindergartens Leonardo-da-Vinci-Straße. Die Evangelische Kirchengemeinde Morsbach unterstützt den Kindergarten Morsbach mit einem Buchhandlungsgutschein im Wert von 100 Euro. Weitere 50 Euro kommen von der Evangelischen Kirchengemeinde Kocherstetten für den Kindergarten Kocherstetten. Der Gemeinderat stimmte der Annahme beziehungsweise Weiterleitung aller Spenden einstimmig zu.
Die nächste Sitzung des Gemeinderates findet am Dienstag, 20. Oktober 2026, um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses in Künzelsau statt. Interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer sind herzlich willkommen. Die Tagesordnung ist, wie alle öffentlichen Sitzungstermine, Beratungsvorlagen, formalen Beschlüsse, Niederschriften und die Präsentationen, auf der städtischen Homepage zu finden: www.kuenzelsau.de/buergerinfoportal.

zugeschnitten.jpg?f=%2Fsite%2FKuenzelsau%2Fget%2Fparams_E-1293020868%2F525741%2FRelaunch2018_NeuesRathaus_FotoOlivierSchnieppStadtK%25C3%25BCnzelsau%2520%25282%2529zugeschnitten.jpg&w=2200&h=648)
