Blick auf das neue Rathaus in Künzelsau.

Künzelsau erlebt Kabarett vom Feinsten

Django Asül nimmt mit scharfem Witz die Realität aufs Korn

Ein glatzköpfiger Mann gestikuliert mit den Händen. Links neben ihm steht ein Weizenbierglas auf einem Tisch
Künzelsau ganz vorn in Sachen Kabarett – Django Asül sorgt mit „Am Ende vorn“ für beste Unterhaltung. Foto: Rainer Lang.

Gute Unterhaltung kommt an. Rund 350 Menschen hatte Django Asül in die frisch renovierte Halle gelockt. Der Kabarettist mit türkischen Wurzeln hat mit seinem zweistündigen Soloprogramm „Am Ende vorn“ die Besucherinnen und Besucher begeistert. Am Ende lud er sie in seine Heimatgemeinde Hengersberg in Niederbayern ein zum Stammtisch, der „nur sechs Mal in der Woche stattfindet, damit uns die Themen nicht ausgehen“.

Mit niederbayerischem Dialekt und dem von der städtischen Veranstaltungsmanagerin Renate Kilb bereitgestellten Weißbierglas präsentierte sich der 54-Jährige volksnah. Künzelsau pries er als Ort, der „für uns Niederbayern als der Urlaubshotspot schlechthin gilt“, wenn auch die Altstadtführung gerade mal 70 Sekunden dauere. Er erzählt, dass er als Teenager die Pubertät auslassen musste, weil er Tennisschläger bespannen, auf dem Tennisplatz sein und auch noch in die Schule gehen musste.

Als ausgebildeter Bankkaufmann und Tennislehrer bringt Asül reichlich Lebenserfahrung für seine Programme mit. Er weiß, dass umso mehr verstanden wird, von dem, was er mit seiner spöttischen Art aufs Korn nimmt, je mehr Frauen im Publikum sind. „83 Prozent der Männer da draußen sind Vollpfosten“, sagt er und nimmt natürlich die Herren im Saal aus.

Seiner Ansicht nach ist „die Stimmung im Land schlecht, weil viel zu wenig Blödsinn im Umlauf ist“. Er hat sich vorgenommen, das zu ändern. Und das tut er mit Erfolg seit 30 Jahren. Ihm gelingt es mit seiner komödiantischen Ader sein Publikum zu fesseln ohne platte Witze, sondern mit hintergründigem Spott und Humor. Er meint es durchaus ernst, wenn er gegen diejenigen, „die sich auf die Jugend eingeschossen haben“, die Generation Z in Schutz nimmt. Denn diese wurde auf dem Weg zur Mittleren Reife zwei Jahre weggesperrt wegen Corona. Danach sei der Ukrainekrieg gekommen. Somit hätten sich die jungen Leute die Normalität in die Haare schmieren können.

Die Realität stellt er immer wieder auf den Kopf. Wo die Stadthalle steht, sei früher ein Römerkastell gewesen, behauptet er. Und weil die Schweden im 30-jährigen Krieg Künzelsau verwüstet hätten, würde die Gemeindesatzung verbieten, dass der schwedische Möbelproduzent Ikea ein Geschäft in Künzelsau eröffnet. Den Künzelsauer Turnweltmeister und CDU-Gemeinderat Eberhard Gienger macht er zum Philosophen und Heimatdichter.

Dass ihn ein Geschichtslehrer in der Pause belehrt habe, dass das mit dem Römerkastell nicht stimmen könne, breitet er nach seiner Rückkehr auf die Bühne genüsslich aus. Im zweiten Teil geht es Schlag auf Schlag weiter. Heino bezeichnet er als eine Mischung aus Ramstein und Silbereisen. Lehrer könnten froh sein, wenn Zwölfjährige Buchstaben von Zahlen unterscheiden könnten. Und als ein Bekannter mit Krypto und Algorithmen reich werden will, ist das für ihn „ein Schneeballsystem ohne Schnee“ und er gibt dem Publikum den dringenden Rat mit auf den Weg, nicht den Computer, sondern das Hirn anzuschalten.

Weitere Kulturhöhepunkte in Künzelsau

Der Auftritt von Django Asül hat einmal mehr gezeigt, wie sehr Kulturveranstaltungen das Publikum in Künzelsau begeistern. Auch in den kommenden Monaten bietet das städtische Kulturprogramm vielfältige Gelegenheiten für unterhaltsame, anregende und überraschende Begegnungen. Auf diese Veranstaltungen dürfen sich die Besucherinnen und Besucher in der Künzelsauer Stadthalle freuen:

  • Freitag, 13. November 2026, 19.30 Uhr: Pop-Revue „Ich seh‘ den Sternenhimmel“ mit dem Landestheater Schwaben Tübingen
  • Donnerstag, 21. Januar 2027, 19.30 Uhr: Theater „Heimsuchung“ mit der Badischen Landesbühne Bruchsal
  • Samstag, 13. März 2027, 15 Uhr: Musik am Nachmittag – Klassische Musik neu erleben
  • Samstag, 3. April 2027, 19.30 Uhr: Liederabend mit Hans Söllner

Eintrittskarten können bei der Stadtverwaltung Künzelsau unter veranstaltung@kuenzelsau.de sowie über www.kuenzelsau.de/veranstaltungen reserviert werden. Karten im Vorverkauf sind außerdem bei Tabak Brückbauer erhältlich.

Kultur-Genuss im Abonnement

Das städtische Kultur-Abonnement bietet ein vielseitiges Angebot aus Theater, Konzert, Musical, Kabarett oder Musik-Theater und hält für jeden Geschmack etwas bereit. Insgesamt umfasst das Abo sechs Veranstaltungen und garantiert Kulturgenuss auf hohem Niveau. Für 86 Euro, ermäßigt 56 Euro, erhalten Besucherinnen und Besucher übertragbare Eintrittskarten mit reservierten Plätzen in den vorderen Reihen. Das Abonnement kann jederzeit unter dem Jahr gestartet werden und ist bei Renate Kilb im Rathaus unter renate.kilb@kuenzelsau.de oder 07940 129-121 erhältlich.