Blick auf das neue Rathaus in Künzelsau.

Fachlicher Austausch mit Weitblick

VDV-Arbeitsgemeinschaft Standseil-/Bergbahnen tagte in Künzelsau

Blick auf die Gruppe der Teilnehmenden, im Hintergrund die Bergstation mit Waggon der Bergbahn
Knapp 50 Berg- und Seilbahnfachleute aus ganz Deutschland, Österreich, Schweiz und Luxemberg schauten auf dem Areal der Künzelsauer Bergbahn um.
Fotos: Stadtverwaltung Künzelsau. Fotos: Stadtverwaltung Künzelsau

Zwei Tage lang stand Künzelsau im Mittelpunkt der Fachwelt der Standseil- und Bergbahnen: Anfang Juli 2026 tagte die Arbeitsgemeinschaft „Standseil-/Bergbahnen“ des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) in der Kreisstadt. Fachleute aus Verkehrsunternehmen, Aufsichtsbehörden und Verbänden nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen, technische Innovationen und rechtliche Rahmenbedingungen auszutauschen. Gastgeber war die Stadtverwaltung und dort das Team der Künzelsauer Bergbahn, die im Rahmen der Tagung auch besichtigt wurde.

Die jährlich stattfindende Sitzung widmete sich unter anderem den Themen Normung, technische und rechtliche Anforderungen, berufliche Qualifikation sowie dem Erfahrungsaustausch zwischen den Betrieben. Ergänzt wurde das Programm durch eine Besichtigung der Künzelsauer Standseilbahn, bei der die Teilnehmenden Einblicke in Betrieb, Technik und Organisation erhielten.

Blick in den Sitzungssaal und auf die Sitzungsteilnehmenden
Im Sitzungssaal des Rathauses wurden Fachthemen besprochen.

„Die Sitzung war eine gute Gelegenheit, Künzelsau als Standort der Standseilbahn vorzustellen und zugleich wichtige Fachthemen gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus der Branche zu vertiefen. Gerade der direkte Austausch vor Ort schafft wertvolle Impulse für die tägliche Arbeit und trägt dazu bei, den hohen Sicherheits- und Qualitätsstandard unserer Bahnen weiterzuentwickeln“, betont Günter Kantenwein, Betriebsleiter der Künzelsauer Bergbahn.

Christoph Hessel vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen zog ebenfalls ein positives Fazit. Der VDV vertritt die im öffentlichen Personennahverkehr integrierten Bahnen und betreut unter anderem die Arbeitsgemeinschaft der Standseil- und Bergbahnen. „Die Künzelsauer Bergbahn nimmt eine besondere Stellung ein. Neben den Anlagen in Stuttgart und Karlsruhe gehört sie zu den wenigen Standseilbahnen in Deutschland, die vollständig in den öffentlichen Nahverkehr eingebunden sind. Viele andere Bahnen sind vor allem touristisch geprägt. Umso interessanter war es für die Teilnehmenden, den Betrieb hier vor Ort kennenzulernen und sich über die Technik sowie die betrieblichen Abläufe auszutauschen.“

Vier Herren stehen vor einigen Bildschirmen in einem Büro
Im Leitstand der Künzelsauer Bergbahn war es auch für die Fachleute interessant zu sehen, wie der vollautomatisierte Betrieb abläuft.

Auch Birgit Priesnitz, Geschäftsführerin des Verbands Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte, würdigte die Künzelsauer Standseilbahn als wegweisendes Beispiel innovativer Seilbahntechnik: „Die autonome Standseilbahn in Künzelsau zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial Seilbahnen als Bestandteil moderner Mobilitätslösungen auch außerhalb klassischer Tourismusregionen haben. Besonders spannend war für mich der Einblick in die Entstehungsgeschichte. Sie verdeutlicht, mit welchem Weitblick und Engagement dieses Projekt umgesetzt wurde – und warum es bis heute Vorbildcharakter besitzt.“

Die gelungene Tagung unterstreicht die Bedeutung des fachlichen Austauschs für einen sicheren, zuverlässigen und zukunftsfähigen Betrieb von Standseil- und Bergbahnen. Gleichzeitig bot sie den Gästen die Möglichkeit, die Künzelsauer Bergbahn als innovatives und erfolgreiches Nahverkehrssystem kennenzulernen.

Blick auf eine Gruppe von sechs Herren, die in einer Werkstatt stehen
Die Teilnehmer schauen sich interessiert in den Räumen der Bergbahn um. Hier zeigt der stellvertretende Betriebsleiter der Künzelsauer Bergbahn Markus Renner, Vierter von links, die im vergangenen Jahr gebauten Werkstatträume.

Hauptuntersuchung der Künzelsauer Bergbahn

Für die Künzelsauer Bergbahn stehen in den kommenden Wochen wichtige Arbeiten an. Von 10. bis einschließlich 22. August 2026 findet die jährliche Hauptuntersuchung mit anschließender Abnahme statt. In der ersten Woche ist der Wechsel eines Drehgestells vorgesehen, anschließend werden Mechanik, Hydraulik und Steuerung umfassend überprüft und revidiert. Den Abschluss bilden die Abnahme durch Rotec sowie die zuständige Aufsichtsbehörde, das Regierungspräsidium Freiburg.

Ab Sonntag, 23. August 2026, nimmt die Künzelsauer Bergbahn ihren regulären Betrieb wieder auf.

Schienenersatzverkehr während der Hauptuntersuchung

Zusätzlich zum NVH-Fahrplan gilt:

Fahrplan Schienenersatzverkehr

Fahrplan Schienenersatzverkehr

Montag bis Samstag:
Taläcker „Bushaltestelle Mac-Chagall-Straße“ in der Taläckerallee in Richtung Talstation: Erste Fahrt 6.15 Uhr, danach alle 30 Minuten, letzte Fahrt 22.15 Uhr.
Künzelsau Talstation in Richtung Taläcker „Bushaltestelle Mac-Chagall-Straße“ in der Taläckerallee: Erste Fahrt 6.30 Uhr, danach alle 30 Minuten, letzte Fahrt 22.30 Uhr.

Sonntag:
Taläcker „Bushaltestelle Mac-Chagall-Straße“ in der Taläckerallee in Richtung Talstation: Erste Fahrt 9 Uhr, danach alle 30 Minuten, letzte Fahrt 20 Uhr.
Künzelsau Talstation in Richtung Taläcker „Bushaltestelle Mac-Chagall-Straße“ in der Taläckerallee: Erste Fahrt 9.15 Uhr, danach alle 30 Minuten, letzte Fahrt 20.15 Uhr.