Künzelsauer Bergbahn wird für die Zukunft fit gemacht
Im Rahmen der Hauptuntersuchung wird aktuell eines der beiden Fahrzeuge der Künzelsauer Bergbahn umfassend gewartet. Ein besonderer Moment der Arbeiten ist der Wechsel des Drehgestells: Dafür wird der Wagen mit einem Kran von der Schiene gehoben. Das ist ein technisch anspruchsvoller Vorgang, den zahlreiche Medienvertreter beim Pressetermin vor Ort verfolgen konnten.
Neben dem Drehgestellwechsel umfasst die Hauptuntersuchung die technische Revision der Fahrzeuge, die Prüfung aller sicherheitsrelevanten Komponenten sowie Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten an Fahrzeugen und Stationen. Die Maßnahmen sind Teil der regelmäßig vorgeschriebenen Wartung und schaffen die Grundlage für einen weiterhin sicheren und zuverlässigen Betrieb.
„Die Künzelsauer Bergbahn ist weit mehr als ein Verkehrsmittel. Sie ist ein Markenzeichen unserer Stadt und ein wichtiger Baustein einer modernen, klimafreundlichen Mobilität. Als sich der Gemeinderat und mein Vorgänger Volker Lenz Ende der 1990er Jahre für den Bau der autonomen Standseilbahn entschieden haben, war das eine mutige Entscheidung mit viel Weitblick. Heute zeigt sich, dass dieses innovative Verkehrssystem bis heute Vorbildcharakter besitzt. Damit das so bleibt, investieren wir konsequent in den langfristigen Erhalt der Anlage“, betonte Bürgermeister Stefan Neumann.
„Der Drehgestellwechsel gehört zu den anspruchsvollsten Arbeiten im Rahmen der Hauptuntersuchung. Hier kommt es auf höchste Präzision und eingespielte Abläufe an. Gemeinsam mit den Spezialisten sorgen wir dafür, dass die Bergbahn auch künftig zuverlässig und sicher unterwegs ist“, erläuterte Betriebsleiter Günter Kantenwein. Das Drehgestell muss im Turnus von sechs Jahren ausgewechselt werden, so die Vorgaben des Herstellers und des Regierungspräsidiums. Das geschieht bei der Künzelsauer Bahn in diesem Jahr an Wagen 1 im kommenden Jahr an Wagen 2. Dann haben die Wagen jeweils rund 180.000 Kilometer zurückgelegt.
Für den Wechsel des Drehgestells und die fachtechnische Begleitung arbeitet das Team der Künzelsauer Bergbahn mit den Seilbahnspezialisten der Firma Garaventa-Doppelmayr aus der Schweiz, zusammen. Die Experten verfügen über langjährige Erfahrung mit Standseilbahnen.
„Standseilbahnen sind langlebige Verkehrssysteme, vorausgesetzt, sie werden konsequent und fachgerecht instand gehalten. Die Künzelsauer Anlage befindet sich in einem sehr guten technischen Zustand. Mit der regelmäßigen Revision schaffen wir die Voraussetzungen für einen sicheren Betrieb über viele weitere Jahre“, sagten Yannik Aeschlimann und Lukas Oehrli von Garaventa-Doppelmayr.
Bergbahn fährt ab 23. August wieder regulär
Während der Hauptuntersuchung ist die Bergbahn vom 10. bis einschließlich 22. August 2026 außer Betrieb. Für die Fahrgäste wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Ab Sonntag, 23. August 2026, nimmt die Bergbahn den regulären Betrieb wieder auf.
- Inbetriebnahme: Oktober 1999
- Bahnsystem: Autonome Standseilbahn
- Streckenlänge: 1.034 Meter Jährlich rund 30.000 Fahrten
- Höhenunterschied: 170 Meter
- Fahrzeit: rund vier Minuten
- Takt: alle 15 Minuten
- Verbindung zwischen der Künzelsauer Kernstadt und dem Stadtteil Taläcker
- Vollständig in den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) integriert
- Rund 700.000 Fahrgäste jährlich
- Zwei Fahrzeuge verkehren als Pendelbahn auf einer eingleisigen Strecke mit Ausweiche in der Mitte.
Besonderheit:
Mit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1999 war die Künzelsauer Standseilbahn ein wegweisendes Beispiel innovativer Seilbahntechnik. Die autonome Standseilbahn verdeutlicht bis heute, mit welchem Weitblick und Engagement dieses Projekt umgesetzt wurde – und warum sie auch heute noch Vorbildcharakter für moderne urbane Mobilität besitzt.

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