Blick auf das neue Rathaus in Künzelsau.

Kindergarten Weckrain feiert 50-jähriges Bestehen

Wo Kinder willkommen sind und sich entfalten können

Eine Gruppe von zwölf Frauen und einem Mann steht für ein gemeinsames Foto auf einem schattigen Außengelände. Im Hintergrund sind große grüne Bäume, ein Zaun und Spielbereiche des Kindergartens zu sehen. Die Personen lächeln in die Kamera und tragen sommerliche Kleidung.
Bürgermeister Stefan Neumann und Mitarbeiterinnen des Kindergarten Weckrain mit Marion Hannig-Dümmler, stellvertretende Amtsleiterin und Leiterin des Fachbereichs Kinderbetreuung. Foto: Rainer Lang.

Zahlreiche Gäste waren der Einladung gefolgt und fanden bei der Jubiläumsfeier kaum Platz. Mit Liedern und Tänzen begleiteten die Kinder das Fest zum 50. Geburtstag, bei dem zum Auftakt Bürgermeister Stefan Neumann und die Leiterin Irene Wernau die Geschichte der Einrichtung Revue passieren ließen vor den versammelte Eltern, Großeltern, Verwandten, Freunden, Unterstützern und Interessierten, die es sich trotz Hitze nicht nehmen ließen, mitzufeiern. Nach dem offiziellen Teil konnten sich die Kinder beim Tag der offenen Tür austoben an den vorbereiteten Spielstationen, von der Schatzsuche im Sandkasten bis zum Basteln des „Müllvogels“.

Irene Wernau erinnerte daran, dass sich an den Räumlichkeiten im Laufe der Jahre zwar Details verändert hätten, der Charakter des Hauses jedoch immer erhalten geblieben sei. Auch mittlerweile Erwachsenen gewordene, ehemalige Kindergartenkinder kehren gerne wieder ein und Schwelgen in Erinnerungen. Von Anfang an sei der Kindergarten ein Ort gewesen, „an dem Kinder willkommen sind“.

Bürgermeister Stefan Neumann betonte, dass sich in den Räumen in der Mörikestraße durch moderne Bildungskonzeptionen zwar viel getan habe. „Trotzdem hat das Gebäude seinen Charme und seine Gemütlichkeit nicht verloren“. Heute werden im Kindergarten Weckrain zwei Kindergartengruppen und eine Krippengruppe mit insgesamt 57 Plätzen betreut. Zwölf Erzieherinnen kümmern sich um die Kinder. Obwohl keine Ganztagsbetreuung angeboten wird, erhalten die Kinder ein warmes Mittagessen.

Am 9. August 1976 wurde die Einrichtung als zweizügiger Kindergarten eingeweiht. Der Architekt Georg Rehberg hat nach Ansicht von Neumann „ein sehr modernes, helles und geräumiges Gebäude“ im wachsenden Wohngebiet am Südhang geschaffen. Durch den großen Bewegungsraum im Eingangsbereich ist die Einrichtung für alle Wetterlagen gerüstet.

Ein wichtiger Bestandteil des pädagogischen Konzepts ist heute die MINTec-Werkstätte für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Sie wurde 2015 mit fachlicher Unterstützung der Richard-von-Weizsäcker-Schule in Öhringen sowie mit finanzieller Hilfe der Innovationsregion Hohenlohe e. V. eingerichtet. Im Oktober 2019 wurde im angrenzenden Anbau eine Krippengruppe eröffnet.

Mehrere Kinder suchen und graben in einem großen Sandkasten nach einem Schatz. Über dem Sandkasten hängt ein handgemaltes Schild mit der Aufschrift „Willkommen zur Schatzsuche!“. Einige Erwachsene begleiten die Kinder. Das Gelände liegt im Schatten von Bäumen und einem großen Sonnensegel.
Zahlreichen Stationen luden die Kinder zum Mitmachen ein von Schatzsuche über Müllvogel basteln bis Enten angeln und mehr. Foto: Rainer Lang.

Neumann, der Wernau als Gastgeschenk Brotformen überreichte, erinnerte daran, dass Anfang der 80er Jahre ein inzwischen international bekannt gewordener Künzelsauer die Einrichtung besucht hat: Der Ehrenbürger und ESA-Astronaut Prof. Dr. Alexander Gerst hat seiner Zeit auch schon „im Garten getobt und im Turnraum seine Purzelbäume geschlagen“.  Sicher hat er sich hier genauso gut aufgehoben gefühlt wie der sechs Jahre alte Tino Faber und sein zweieinhalb Jahre alter Bruder Lucas. „Das Besondere am Kindergarten Weckrain ist, dass die Kinder hier gesehen werden und sich austoben können“, meint die Mutter Relana Faber. Mit einem Ort, an dem Kinder willkommen sind und sich frei entfalten können, schafft der Kindergarten Weckrain seit 50 Jahren beste Voraussetzungen für einen guten Start ins Leben. Es bleibt spannend, welche Träume die Kinder von heute einmal verwirklichen werden.

Künzelsau erhebt keine Kindergartengebühren

Die Stadtverwaltung Künzelsau investiert im Zeitraum von 2024 bis 2027 insgesamt mehr als 46 Millionen Euro in Baumaßnahmen im Bereich Kindergärten und Schulen, einschließlich Neubau, Ausbau und Erweiterungen. Parallel investiert die Stadtverwaltung in vielfältiger Form in die Qualität der Kindergärten. Der Besuch ab dem ersten Lebensjahr und auch die Ganztagesbetreuung sind für Kinder mit Erstwohnsitz in Künzelsau gebührenfrei, was in Baden-Württemberg nach wie vor ein Novum ist. Dies ermöglicht allen Kindern den Kindertagesstättenbesuch, unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern. Eine echte Entlastung für Familien sowie ein Zeichen dafür, dass in Künzelsau die Bedürfnisse junger Familien ernst genommen werden.