Blick auf das neue Rathaus in Künzelsau.

Neues Löschgruppenfahrzeug und erste Drohne für die Feuerwehr in Dienst gestellt

Fahrzeugübergabe beim „Tag der offenen Tore“ – moderne Technik stärkt die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr

sieben Herren stehen vor dem neuen Feuerwehrfahrzeug, vor den Herren steht die Drohne auf einem Stehtisch
Schlüsselübergabe: Christian Freiherr von Stetten, Dritter von links, übergibt den Fahrzeugschlüssel an Stadtbrandmeister Thomas Böhret, ganz links.
Von links: Stadtbrandmeister Thomas Böhret, Oliver Bauer von Daimler Truck, stellvertretender Bürgermeister Christian Freiherr von Stetten, Erster Landesbeamter Marco Hess, Kreisbrandmeister Torsten Rönisch, Diakon Volker Schmieg und Pfarrer Professor Dr. Jörg Hübner.

Die Freiwillige Feuerwehr Künzelsau hat beim „Tag der offenen Tore“ am Sonntag, 20. September 2026, ihr neues Löschgruppenfahrzeug LF 20 offiziell übernommen und gleichzeitig ihre erste eigene Einsatzdrohne in Dienst gestellt. Diakon Volker Schmieg und Pfarrer Professor Dr. Jörg Hübner segneten das neue Fahrzeug im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes und der Übergabe.

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, die Feuerwehr kennenzulernen, Fahrzeuge und Technik zu besichtigen und mit den Einsatzkräften ins Gespräch zu kommen. Ein abwechslungsreiches Programm mit Informationen, Vorführungen sowie Essen und Getränken bot Unterhaltung für die ganze Familie. Viele verbanden den Besuch bei der Feuerwehr mit einem Abstecher zur zeitgleich stattfindenden Hohenloher Wirtschaftsmesse.

Neues LF 20 ersetzt Fahrzeug aus dem Jahr 1989

Das neue Löschgruppenfahrzeug LF 20 wurde von der Albert Ziegler GmbH aufgebaut. Es bietet Platz für neun Einsatzkräfte und verfügt über einen Löschwassertank mit 2.500 Litern Fassungsvermögen. Das Fahrzeug ersetzt das bisherige LF 16-TS aus dem Jahr 1989, das seine Gebrauchsgrenze erreicht hatte und technisch nicht mehr dem aktuellen Stand entsprach.
Das LF 20 ist sowohl für die Brandbekämpfung als auch für die technische Hilfeleistung ausgestattet. Zur Ausrüstung gehören unter anderem hydraulische Rettungsgeräte, moderne akkubetriebene Einsatzgeräte, Atemschutztechnik, eine Wärmebildkamera sowie Beleuchtungs- und Stromversorgungstechnik. Umfangreiches Schlauch- und Armaturenmaterial ergänzt die Ausstattung. Durch den mitgeführten Löschwasservorrat kann die Feuerwehr bei einem Brandeinsatz unmittelbar mit der Brandbekämpfung beginnen, ohne zunächst auf eine externe Wasserversorgung angewiesen zu sein.

Die Investitionskosten für das LF 20 belaufen sich auf 614.638,17 Euro. Davon werden 96.000 Euro durch das Land Baden-Württemberg und weitere 48.000 Euro durch den Hohenlohekreis bezuschusst.

Blick auf den Platz vor der Feuerwache, im Vordergrund Bläser des Posaunenchors, links das neue Fahrzeug und die beiden Kirchenvertreter, in der Hintergrundmitte die offiziellen Vertreter der Feuerwehr und der Politik
Im Rahmen des ökumenischen Gottesdienstes segneten Diakon Volker Schmieg und Pfarrer Professor Dr. Jörg Hübner das neue Fahrzeug. Der Posaunenchor Kocherstetten/Künzelsau unter der Leitung von Magdalene Ehrmann umrahmten die feierliche Fahrzeugübergabe und den Gottesdienst.

Christian Freiherr von Stetten, stellvertretender Bürgermeister und Mitglied des Bundestages nahm den Fahrzeugschlüssel von Oliver Bauer von Daimler Truck entgegen, um ihn gleich weiterzureichen an Stadtbrandmeister Thomas Böhret und Abteilungsleiter Stephan Klein. Von Stetten bedankte sich stellvertretend für Bürgermeister Stefan Neumann bei den Mitgliedern des Gemeinderates, die „die Finanzierung möglich gemacht haben“ und wünschte dem Fahrzeug und den Feuerkameradinnen und -kameraden alles Gute.

„Ihr Engagement ist alles andere als selbstverständlich“, würdigte Marco Hess, der Erste Landesbeamte des Hohenlohekreises, die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr.

Für die ideelle und finanzielle Unterstützung dankte Stadtbrandmeister Thomas Böhret seinerseits dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung Künzelsau sowie dem Hohenlohekreis und dem Land Baden-Württemberg. Weiter betonte er, mit dem neuen LF 20 stehe den Einsatzkräften ein modernes und leistungsfähiges Fahrzeug zur Verfügung, das bei unterschiedlichsten Einsatzlagen eingesetzt werden kann. Davon profitieren nicht nur die Menschen in Künzelsau, sondern bei überörtlichen Einsätzen auch die Einwohnerinnen und Einwohner im gesamten Landkreis.

das Feuerwehrfahrzeug ist mit einer Blumengirlande geschmückt, links daneben  ist die Drohne auf einem Stehtisch präsentiert
Festlich geschmückt und feierlich übergeben: Das neue Feuerwehrfahrzeug und links im Bild die neue Drohne.

Drohne ist zusätzliche Perspektive und wichtige Ergänzung der Einsatzmöglichkeiten

Mit der neuen Einsatzdrohne verfügt die Feuerwehr Künzelsau erstmals über eine eigene Drohne. Die rund 15.000 Euro teure Technik steht für den operativen Einsatz zur Verfügung. Die Drohne ermöglicht eine schnelle Lageerkundung aus der Luft. Bei größeren, unübersichtlichen oder schwer zugänglichen Einsatzstellen können sich die Einsatzkräfte damit rasch einen Überblick verschaffen. So lässt sich beispielsweise bei Bränden die Ausbreitung des Feuers beobachten. Nach Unwettern oder anderen größeren Schadenslagen können betroffene Bereiche schneller überblickt und Gefahrenstellen erkannt werden. Die gewonnenen Bilder und Informationen unterstützen die Einsatzleitung bei der Lagebeurteilung und der Planung weiterer Maßnahmen.

Stadtbrandmeister Thomas Böhret sieht darin eine wichtige Ergänzung der bisherigen Einsatzmöglichkeiten: „Mit der Drohne bekommen wir bei Einsätzen eine zusätzliche Perspektive. Gerade bei größeren, unübersichtlichen oder schwer zugänglichen Einsatzstellen können wir uns schneller ein Bild von der Lage machen. Das hilft uns bei unseren Entscheidungen und kann gleichzeitig die Sicherheit unserer Einsatzkräfte erhöhen.“

Die Beschaffung der Drohne wird ebenfalls durch das Land Baden-Württemberg unterstützt. Ein entsprechender Antrag über 10.000 Euro wurde gestellt; über die endgültige Bewilligung ist noch nicht entschieden. Die Stadtverwaltung Künzelsau hatte jedoch einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn beantragt und dafür die Zustimmung des Landes erhalten.

Blick auf das Feuerwehrgelände mit vielen Besuchenden und präsentierten Feuerwehrfahrzeugen
Den Tag der offenen Tore nutzen viele Besuchende, um sich über die Arbeit der Feuerwehr zu informieren. Mitmachaktionen, Essen und Trinken sorgten außerdem für einen kurzweiligen und genussvollen Tag. Fotos: Stadtverwaltung Künzelsau.

Blick hinter die Kulissen

Der „Tag der offenen Tore“ bot zugleich die Gelegenheit, die Arbeit der Feuerwehr aus nächster Nähe kennenzulernen. Fahrzeuge und Ausrüstung konnten besichtigt werden, Einsatzkräfte standen für Fragen zur Verfügung und insbesondere Familien konnten Feuerwehr hautnah erleben.

Mit dem neuen LF 20 und der ersten eigenen Einsatzdrohne verfügt die Feuerwehr Künzelsau über zwei zusätzliche moderne Einsatzmittel. Beide Beschaffungen stärken die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr und damit die Sicherheit in Künzelsau und bei überörtlichen Einsätzen der Stützpunktfeuerwehr.

Zahlen und Fakten

Löschgruppenfahrzeug LF 20
  • Hersteller/Aufbau: Albert Ziegler GmbH
  • Baujahr Aufbau: 2026
  • Besatzung: neun Personen
  • Löschwasser: 2.500 Liter
  • Investitionskosten: 614.638,17 Euro
  • Z-Feu-Zuschuss: 96.000 Euro
  • Zuschuss Hohenlohekreis: 48.000 Euro
  • ersetzt: LF 16-TS, Baujahr 1989
  • Abnahme beim Hersteller: März 2026
  • Einsatzbereiche: Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung
Einsatzdrohne
  • Investitionskosten: 15.000 Euro
  • Z-Feu-Förderung beantragt: 10.000 Euro
  • Einsatzbereiche: Lageerkundung, Unterstützung der Einsatzleitung und Beurteilung größerer oder unübersichtlicher Einsatzstellen

Offizielle Übergabe

20. September 2026 im Rahmen des „Tags der offenen Tore“ bei der Feuerwehr Künzelsau.