Pressemitteilung

Bauhof sorgt mit „Nichtstun“ für reich gedeckten Tisch für Insekten


Die Natur erobert sich ihr Terrain wirklich schnell zurück – wenn man sie nur lässt. Im April dieses Jahres haben sich die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs auf einer Exkursion mit dem Biologen Helmut Schwab darauf verständigt, viele Randstreifen von Wegen und Äckern zunächst einmal nicht zu mähen (siehe ausführlicher Bericht in den Künzelsauer Nachrichten Nr. 19 vom 10. Mai 2019). Es soll beobachtet werden, welche Pflanzen sich entwickeln; danach wird man entscheiden, welche weiteren Pflegemaßnahmen sinnvoll sind. Dieses zukunftsweisende Pflegekonzept trägt am Südhang von Künzelsau bereits nach wenigen Wochen bemerkenswerte Früchte: Bunte Wegränder und Zwickel sind entstanden, in denen Pflanzen blühen, die man in letzter Zeit eher selten gesehen hat, wie der Feld-Rittersporn oder das Acker-Stiefmütterchen. Jede Menge wunderbar blauer Großer Ehrenpreis konnte sich ausbreiten, genauso wie Lichtnelken, Heidenelken (am Parkplatz der Firma Berner in Garnberg), Knöllchen-Steinbrech und viele andere. Dieser schnelle Erfolg hat auch dazu geführt, dass bereits die Straßenmeisterei sowie andere Kommunen nachfragen und an diesem Konzept der „kontrollierten Unordnung“ Interesse zeigen. Alle Verantwortlichen sind zunächst sehr zufrieden mit dem kurzfristigen Ergebnis und hoffen, dass die Bevölkerung die Vorteile dieses Pflegekonzepts erkennt und die damit einhergehende „Unordnung“ akzeptiert.
 
Konzept zur Förderung der biologischen Vielfalt
In der März Sitzung des Gemeinderats konnte mit einem einstimmigen Beschluss ein Konzept zur Förderung der biologischen Vielfalt in Künzelsau verabschiedet werden. Die biologische Vielfalt wird seit langem durch menschliche Aktivitäten geprägt und ist regional verschieden. Der Mensch nimmt dabei nicht nur Einfluss auf wildlebende Tiere und Pflanzen. Sein Wirken ist ebenso Ursache für die Entstehung von Kulturlandschaften mit regional typischen Ausprägungen und die Entwicklung einer Vielzahl von Obst- und Gemüsesorten. Die städtischen Bauhöfe haben hier einen wesentlichen Anteil an der Entstehung und natürlich auch am Erhalt eben dieser Kulturlandschaften.

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