Pressemitteilung

Waldkindergarten: Ein Jahr im Wald


Das machen die „kleinen Molche“ im kleinen Kreis mit ihren Eltern und Erzieherinnen. Der Besuch des Waldkindergartens – wie auch aller anderen städtischen Kindertagesstätten - ist für Künzelsauer Kinder seit Januar 2019 gebührenfrei.
Wer im Waldkindergarten vorbeischauen und sich informieren möchte, ist herzlich zum Infonachmittag am Sonntag, 7. April 2019 von 15.00 bis 16.30 Uhr eingeladen. Die Besucher können die Schutzhütte besichtigen und einen Spaziergang durch den Morgenwald zum Waldsofa machen. Das Team um Claudia Frenz, die Leiterin des Waldkindergartens, stellt die Konzeption und einen Tagesablauf vor. Hier gibt es schon  einen Vorgeschmack:
 
Mit dem Leiterwagen zum Waldsofa

Nahe den Sportanlagen Ballenwasen wurde im Stadtwald Künzelsau die bestehende Waldarbeiterhütte zur Schutzhütte für die Kinder umgebaut. Aber dort hält sich die Waldkindergartengruppe nur zwischendurch und in den Wintermonaten zum Frühstück auf. Der Tag der „Kleinen Molche“ findet überwiegend draußen statt: Nach dem Frühstück marschieren die Kinder mit den Erzieherinnen und dem Leiterwagen, bepackt mit Wasserkanister, Schaufeln, Eimerchen und Sitzunterlagen zu ihrem Waldsofa. Unterwegs gibt es viele Tierspuren zu entdecken: Rehe, Wildschweine, Hasen, Füchse und viele Vögel leben im Künzelsauer Stadtwald. Egal ob Sonne, Wind, Regen oder Schnee, die Kinder spielen und toben fröhlich durch den Wald. Schnell lernen und spüren die Kinder, welch gute Dienste Handschuhe leisten können und so schaffen sie es von Tag zu Tag besser diese anzuziehen. Schließlich möchte ja niemand beim Spielen kalte Hände bekommen. Ganz schnell verstehen Eltern - und auch die Kinder -  sich dem Wetter entsprechend passend anzuziehen.
 
Zum Glück gibt es Äste im Morgenwald

Die kleinen Molche erobern sich Stück für Stück den Morgenwald, den Weg zum Waldsofa und das Spielareal rund um das Waldsofa. Zum Glück gibt es so viele Äste im Wald: dicke, dünne, krumme, gerade, kurze, lange und so wird es den Kindern nie langweilig - die kindliche Fantasie lässt täglich neues Spielzeug aus ihnen entstehen. „Unsere Schnitzwerkstatt wird rege genutzt und für die großen Molche ist der Schnitzführerschein gar nicht mehr in allzu weiter Ferne“, so Claudia Frenz, die Leiterin des Waldkindergartens. „Je nach Witterung findet das zweite Vesper am Waldsofa oder in der Schutzhütte statt. Danach ist bis zum Ende um 14 Uhr nochmal Freispiel, Buddeln, Rennen oder in der Schutzhütte Basteln, Schneiden, Spielen oder Bücherlesen angesagt.“ Die reguläre Öffnungszeit ist von 8 bis 14 Uhr.
 
Frühling, Sommer, Herbst und Winter …
Zu Beginn des ersten Waldkindergarten-Jahres war König Winter wirklich sehr hartnäckig und so warteten die Kinder sehnsüchtig auf Prinzessin Frühling, die dann doch fast unbemerkt Leben in die Bodenstreu brachte: erste Buschwindröschen reckten ihre Blüten empor, die Knospen der Bäume wurden dick, die Vögel waren aktiver – Frühling lag in der Luft.
 
„Und wenn es keine Pfützen gäbe, so müssten wir sie erfinden“, sagt Claudia Frenz. „Bei uns im Waldkindergarten gibt es Stockpfützen und richtige Pfützen. Dank der vielen Stöcke lässt sich‘s an und mit der Pfütze herrlich spielen.“ Mit Gummistiefel und Buddelhose macht es so richtig Spaß: Reinhüpfen, Durchwaten, Ausschöpfen, Essen kochen, die Pfützen werden immer wieder zu neuem Leben erweckt.
 
Im Laufe des Jahres wird der Wald immer grüner, die Kinder immer flinker, um immer wieder mit neuen Spielideen den Wald zu erobern. Ganz selbstverständlich schauen die „kleinen Molche“ beim Wildschweingehege vorbei, rutschen auf der Schlammrutsche in der Klinge, balancieren über Stämme, nehmen die Natur mit allen Sinnen wahr. Den langen trockenen und heißen Sommer erlebte die Waldkindergartengruppe im herrlich „kühlen“ Wald. Das Jahr wurde mit der Waldweihnacht abgeschlossen.
 
„Wenn wir mal genug vom Wald haben, besuchen wir in regelmäßigen Abständen den Bauernhof um dort Brot zu backen, Tiere zu füttern, Apfelsaft herzustellen und vieles mehr“, stellt Claudia Frenz besondere Programmpunkte vor. „Auch die Bücherei, Museen und Theaterbesuche sind unsere Ausflugsziele.“
 
Gemeinsame Rituale wie Morgenkreis, Haltepunkte, Lieder, Fingerspiele, gemeinsames Vespern, Abschlusskreis sowie eine behutsame Eingewöhnung helfen den Kindern sich in der Gruppe zu sozialisieren und den Prozess des sich Lösens zu bewältigen.
 
Kleine und große Besucher willkommen
Wer sich ein genaues Bild vom Alltag im Waldkindergarten „Kleine Molche“ machen möchte, ist herzlich zu einem Besuch eingeladen, gerne auch mit den Kindern. Terminvereinbarungen und Informationen gibt gerne die Leiterin des Waldkindergartens im Künzelsauer Stadtwald, Claudia Frenz. Kontakt: E-Mail waldkindergarten@kuenzelsau.de
 
Hintergrund
Ab dem 1. Januar 2019 erhebt die Stadtverwaltung Künzelsau keine Betreuungsgebühren mehr für den Kita-Besuch von Künzelsauer Kindern von einem Jahr bis zum Schuleintritt. Bereits seit 2007 war der Kindergartenbesuch mit verlängerten Öffnungszeiten vom dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt gebührenfrei. Dass die Eltern jetzt gar keine Gebühren mehr bezahlen, hat der Gemeinderat am 13. November 2018 beschlossen.
 
Künzelsau ist die bisher einzige Kommune in Baden-Württemberg, die gar keine Kita-Gebühren mehr von den Eltern fordert. „Ich freue mich sehr, dass wir damit die Familien finanziell stark entlasten können“, so Bürgermeister Stefan Neumann. „Ausschlaggebend für diese familienfreundliche Entscheidung des Gemeinderates war, dass wir alle Kinder kontinuierlich fördern und gleichwertige Bildungschancen von klein auf bieten möchten – unabhängig von der finanziellen Situation des Elternhauses.“
 
Für auswärtige Kinder, die in Künzelsau eine Einrichtung besuchen, wird ein Betreuungsbeitrag auf der Grundlage der gemeinsamen Empfehlungen der Kirchen und der Kommunalen Landesverbände erhoben. Der Beitrag für die Verpflegung der Kinder mit Mittagessen und Getränken wird auch weiterhin in gleichbleibender Höhe erhoben.
 
Es gibt in Künzelsau 14 städtische Kindertagesstätten mit insgesamt 25,5 Gruppen, die zurzeit von 483 Kindern besucht werden. In Kocherstetten wird gerade ein zweizügiges Kindergartengebäude neu gebaut. Planungen für weitere Kitas im Wohngebiet Taläcker und der Kernstadt Künzelsau, sowie die Erweiterung des Kindergartens Amrichshausen laufen.
 


  • Stadtverwaltung Künzelsau
  • Stuttgarter Straße 7,  74653 Künzelsau,  Tel.: 07940 129-0,  info@kuenzelsau.de