Pressemitteilung

Künzelsauer Ehrenamtstag zeigt Vielfalt des Engagements


Am 1. Dezember war das Künzelsauer Rathaus ein Treffpunkt für alle, die sich über ehrenamtliches Engagement informieren und vielleicht auch eine für sich passende Aufgabe finden wollten. Vom Erdgeschoss bis ins dritte Obergeschoss präsentierten sich Vereine und Organisationen, die noch Mitstreiter suchen, um ihre gemeinnützigen Ziele umzusetzen. „Der 1. Dezember ist der Start in den Advent, in eine besinnliche Zeit“, sagte Bürgermeister Stefan Neumann bei der Begrüßung im Großen Ratssaal. „Dies ist ein guter Zeitpunkt, um Ehrenamtlichen und den verschiedenen Organisationen, die Gelegenheit zur Präsentation zu geben.“ Es gehe in dieser Zeit nicht nur darum, finanzielle Spenden zu sammeln, sondern auch auf die Möglichkeiten persönlichen Engagements durch die Spende von Zeit hinzuweisen. Neben den Vereinen und gemeinnützigen Organisationen dürfe man dabei auch die Parteien nicht vergessen. So sei zum Beispiel die Tätigkeit als Gemeinderat ein Ehrenamt.
 
Ehrenamt ist unverzichtbar
Der Bürgermeister dankte allen ehrenamtlich Engagierten in Künzelsau. Wenn man den statistischen Durchschnitt aus Baden-Württemberg auf die Stadt umrechne, dann seien in der Kreisstadt mehr als 5.700 Personen im Ehrenamt tätig. „Dieses Engagement ist wichtig für eine lebenswerte Stadt“, betonte er. In vielen Bereichen wie der freiwilligen Feuerwehr seien wichtige Aufgaben nicht anders zu realisieren. Aber auch im Sport, der Flüchtlingsarbeit, der Kultur und vielen weiteren Themenfeldern ist das Ehrenamt unverzichtbar. „Seit zwei Jahren steht das Ehrenamt als Resultat aus dem Zukunftsprozess „Künzelsau 2025“ auf der Agenda“, erläuterte der Bürgermeister und wies auch auf die Ehrenamtsbörse im Internet auf www.kuenzelsau.de/ehrenamtsboerse hin, auf der sich Interessierte informieren können. Seinen Dank sprach er der Berner Group aus, die diese Projekte unterstützt.

Buntes Programm für alle Altersgruppen
Die Besucher erwartete am Ehrenamtstag ein buntes, vielseitiges Angebot. An 27 Ständen präsentierten sich die Vereine und Organisationen mit ihren Angeboten vom sozialem Engagement über Sport und Gesundheit bis zum Asylkreis. Ein Vortragsprogramm im Sitzungssaal bot weitere Informationen. Die Themen reichten von der demographischen Entwicklung über die Vorstellung der Ehrenamtsakademie und Informationen zur Vorsorge bis zu Eckdaten des Ehrenamts. Kleinen Besuchern wurde es beim Kinderprogramm garantiert nicht langweilig. Sie gestalteten unter anderem das erste Fenster des Künzelsauer Adventskalenders, das am Spätnachmittag direkt neben dem Haupteingang des Rathauses geöffnet wurde. Ein beliebter Anlaufpunkt während des ganzen Tages war die Caféteria, in der die Klasse sieben der Georg-Wagner-Schule die Bewirtung übernommen hatte. Die Mädchen und Jungen waren unermüdlich und sorgten dafür, dass allen Gästen etwas Leckeres zum Essen und Trinken serviert wurde.


Vom Erdgeschoss bis ins dritte Obergeschoss präsentierten sich verschiedene Vereine und Organisationen mit ihren Angeboten.


In der Caféteria, sorgte die Klasse sieben der Georg-Wagner-Schule für die Bewirtung der Besucher.

Ehrenamt kann Leben retten
Der Künzelsauer Ehrenamtstag zeigte an den Ständen die Vielfalt des Ehrenamts. Auch die lebensrettende Bedeutung wurde dabei deutlich. Nicht nur am Stand des DRK, der Freiwilligen Feuerwehr oder des THW. Jeder Einzelne kann mit einer Blutspende Leben retten. Das betonte Bürgermeister Stefan Neumann bei der diesjährigen Blutspenderehrung, die ebenfalls im Rahmen des Ehrenamtstages stattfand. „Es ist altbekannt, dass Blutspenden Leben rettet“, sagte er bei der Begrüßung. „Aber ich wiederhole es trotzdem gerne. Und Blutspenden ist auch eine Bürgertugend. Die Ehrung passt deshalb gut zum Ehrenamtstag. Auch das DRK ist auf das Ehrenamt für seine Arbeit angewiesen. 94 Prozent der Deutschen finden Blutspenden wichtig. Aber weit weniger spenden selbst. Sie sind also auch Vorbilder.“ Insgesamt 26 Blutspender waren zur Ehrung eingeladen. Zehn davon waren zur Verleihung der Ehrennadeln des DRK gekommen. Eine Auszeichnung gibt es ab der zehnten Blutspende. Patrick Braun, Vorsitzender des Ortsvereins Künzelsau des Deutschen Roten Kreuzes, lobte das Engagement in der Kreisstadt. Die Teilnahmen an den Blutspendeterminen sei im Vergleich zu anderen Regionen und Städten sehr hoch. „Künzelsau nimmt eine Spitzenposition im Hohenlohekreis ein.“ Als Dank erhielten die Geehrten eine Ehrennadel mit Urkunde des DRK und ein Geschenk von der Stadt Künzelsau.
26 Lebensretter wurden ausgezeichnet: Zehnmaliges Blutspenden für Elisabeth Breuninger, Franziska Burkert, Martin Kappel, Herbert Kielbasa, Susanne Koch, Tatjana Michel, Marianne Münch, Oliver Ott, Simone Rapp, Stephanie Stier, Angelika von Hebel, Viktor Welsch. Für 25-maliges Blutspenden Susanne Egner, Julia Haag, Simone Kobel-Richter, Elisabeth Kopp, Hartmut Pfeiffer, Sylvia Rumm, Brigitte Schmidt, Ursula Schülein, Steffen Welk. Für 50-maliges Spenden wurden Irene Reinhardt, Thomas Roll und Gabriele Wäntig geehrt. Sogar für 75-maliges Spenden wurden Manfred Krupp und Andreas Schilder geehrt.


26 Blutspender wurden im Rahmen des Ehrenamtstages geehrt.

Klaus Ziegler erhält Künzelsauer Ehrenmünze 2018
Was wäre für die Künzelsauer Weihnachten und Silvester ohne das Engelesblasen? Viele freuen sich darauf, an den Feiertagen den Turmbläsern der Johanneskirche zuzuhören und die Engele fliegen zu sehen. Die Tradition des Turmblasens reicht weit zurück und wird von einer kleinen engagierten Gruppe immer noch gepflegt. Für die Stadt Künzelsau war dies der Anlass, den Leiter der Turmbläser, Klaus Ziegler, mit der Ehrenmünze 2018 auszuzeichnen. „Der heutige Ehrenamtstag ist der richtige Anlass für die Überreichung der Ehrenmünze“, sagte Bürgermeister Stefan Neumann. „Das Engelesblasen ist ein schöner Künzelsauer Brauch.“ Die Tradition des Turmblasens reicht vermutlich mehr als 350 Jahre zurück. Damals gab es noch einen hauptberuflichen Turmbläser, der auch seine Wohnung auf dem Turm der Johanneskirche hatte. Aus dieser Tradition sind später die Künzelsauer Turmbläser entstanden. „Dass die Tradition weitergetragen wurde, ist ein Verdienst auch von Herrn Ziegler“, betonte der Bürgermeister. „Sie halten die Truppe zusammen und sorgen dafür, dass wieder junge Musiker als Nachwuchs die Gruppe ergänzen.“ Alle Turmbläser sind übrigens auch Mitglieder der Stadtkapelle.
 
Mit der Tradition aufgewachsen
Klaus Ziegler war mit seiner Familie zur Feierstunde gekommen und dankte allen, die ihn für diese Auszeichnung vorgeschlagen haben. „Ich möchte zunächst auch Dank sagen an meine Familie, die das Engagement immer mitgetragen hat.“ Bereits seit 1950 ist Klaus Ziegler als Turmbläser aktiv. Als kleiner Bub wurde er bereits „rekrutiert“, als eigentlich sein Bruder Interesse an dieser musikalischen Aufgabe gezeigt hatte. Der Kleine durfte dann auch gleich mitkommen. Bis heute ist ihm dieses Ehrenamt wichtig. „Bis Ende der 1970er Jahre wurde immer mittags um 12 Uhr vom Turm geblasen“, erzählt er. Danach wurde die Mittagspause ausgerichtet und mancher Turmbläser war auf das Verständnis der Arbeitgeber angewiesen, um rechtzeitig auf dem Turm zu sein. An Feiertagen wurde auch mit im Gottesdienst gespielt, um die Orgel zu unterstützen. Außerdem kamen die Bläser zu Hochzeiten, an wichtigen Geburtstagen und zum Trauerblasen zum Einsatz. Heute findet das Turmblasen noch alle zwei Wochen sonntags um 11 Uhr statt. Und natürlich an Weihnachten und Silvester.
„Ohne die anderen Musiker wäre es nicht möglich, die Tradition zu pflegen“, sagte Klaus Ziegler, der die Gruppe seit 2011 leitet. Er dankte Christian Pfaff, Frank Häussermann, Tina Karle, Michael Kremer und Florian Ziegler, seinem Enkel. „Ich hoffe, dass die Tradition des Turmblasens noch lange gepflegt werden kann.“


Zum Abschluss der Feierstunde trug sich der neue Träger der Ehrenmünze in das Goldene Buch der Stadt Künzelsau ein.

Info: Die Künzelsauer Ehrenmünze
Die Künzelsauer Ehrenmünze wurde zum ersten Mal im Jahr 2017 verliehen. Damit können Personen oder Personengruppen ausgezeichnet werden, die sich in besonderer Weise für die Stadt Künzelsau, einen Ortsteil oder ein bestimmtes Projekt eingesetzt haben. Das 25-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Marcali im Jahr 2017 war der Anlass für die Verleihung der ersten Künzelsauer Ehrenmünzen. Ausgezeichnet wurden damit Partner aus Marcali wie Bürgermeister Dr. László Süto und der langjährige Partnerschaftsbeauftragte Bálint Auguszt sowie Waltraud und Helmut Schneider aus Amrichshausen, stellvertretend für die vielen engagierten Gasteltern in Künzelsau.
 
Ehrenamt in der Kommunalpolitik
Im nächsten Jahr werden in Baden-Württemberg die Kommunalparlamente wieder neu gewählt. Die einzelnen Parteien sind dabei, ihre Kandidatenlisten zusammenzustellen und einige sind noch auf der Suche nach Bürgern, die für den Gemeinderat, Ortschaftsrat und Kreistag antreten möchten. Was erwartet die Kandidaten eigentlich, wenn sie gewählt werden und was sind die Grundlagen für ihre kommunalpolitische Aufgabe? Ein Kommunalforum im Rahmen des Ehrenamtstages gab darauf interessante Antworten. „Aktiv mitentscheiden als Gemeinderat oder -rätin“ lautete die Überschrift.
Gemeinsam gestalten
Hauptamtsleiterin Carmen Class gab einen Überblick über den Wirkungskreis und die Aufgaben der Gemeinde. Dann erläuterte sie das Ehrenamt des Gemeinde- beziehungsweise Ortschaftsrates. Die Aufgaben sind genau definiert und reichen von der politischen Vertretung der Bürgerschaft bis zur Kontrolle der Verwaltung. Was auf den ersten Blick eher abstrakt klingt, erläuterten Claus Henne (Die Freien), Sabine Janny (UBK), Martin Probst (SPD) und Robert Volpp (CDU) in einer Talkrunde mit Bürgermeister Stefan Neumann. Die erste Frage war: Wie sind Sie zum Engagement für den Gemeinderat gekommen und was ist Ihnen bei dieser Arbeit wichtig? Claus Henne und Sabine Janny verrieten, dass sie jeweils durch eine persönliche Ansprache zur Kandidatur motiviert wurden. „Bei der Arbeit ist mir wichtig, dass wir im Gemeinderat gemeinschaftliche Lösungen für die Stadt finden“, erklärte Claus Henne. „Mir ist wichtig, dass alle Bürger und Gruppen gleich behandelt werden, auch in den Ortschaften“, nannte Sabine Janny als ihr Anliegen. Martin Probst erachtet es als wichtig, mitzugestalten, was in der Gemeinde geschieht. Und auch Robert Volpp legt Wert darauf, gemeinsam gut abgewogene Entscheidungen zu treffen. „Die Aufgabe des Gemeinderates ist wie die eines Aufsichtsrates zu sehen“, meinte Bürgermeister Stefan Neumann. 

Zeitaufwand lohnt sich
In der nächsten Runde standen die Einflussmöglichkeiten und der Zeitaufwand der Gemeinderatstätigkeit im Mittelpunkt. „Es ist möglich, Dinge einzubringen und voranzubringen“, schätzt Martin Probst an diesem Ehrenamt. „Bei manchen Themen ist allerdings Kontinuität notwendig, man muss manchmal dicke Bretter bohren.“ Der Zeitaufwand ist nach der Erfahrung von Robert Volpp nicht ganz unerheblich, da zu den Ratssitzungen auch noch die Vorbereitung und die Mitwirkung in weiteren Gremien dazu kommt. „Es ist kein Job, den man nebenbei macht“, bestätigte Claus Henne. „Man muss sich mit den Themen beschäftigen.“ Sabine Janny wies auf die Termine hin, die eben nicht nach Feierabend stattfinden und tagsüber untergebracht werden müssen. Auf die Frage, ob sich das Engagement lohnt, waren sich aber alle in der Runde einig. „Die Arbeit macht Spaß.“ Der Bürgermeister gab allen Zuhörern noch einen motivierenden Spruch mit auf den Weg: „Nur aktive Bürger können Veränderung bewirken.“


Ein Kommunalforum im Rahmen des Ehrenamtstages gab Antworten auf Fragen rund um die Kommunalwahl 2019. Fotos Annette Wenk.

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