Pressemitteilung

Praxis statt Theorie - Kooperationsprojekt war ein voller Erfolg.


„Ich fand es super, dass man praktisch arbeiten konnte - Brötchen backen oder auch Fleisch verkneten. Es war informativ, man lernt die Berufe kennen und am Ende durften wir sogar gleich die Produkte probieren.“
Vier Berufe konnten während dem Kooperationsprojekt vom 16. bis 19. Juli 2018 an der Karoline-Breitinger-Schule Künzelsau und der Gewerblichen Schule Künzelsau von den Werkrealschülern der achten Klasse der Georg-Wagner-Schule und dem Bildungszentrum Niedernhall ausprobiert werden. In Kleingruppen schnupperten die Schüler in den Werkstätten in das Berufsbild des Fleischers, des Bäckers, und in den Bereich Straßenbau und Pflege. Das Projekt soll die Schüler in der anstehenden Berufswahl unterstützen und dazu beitragen, dass ein unmittelbarer Übergang in ein duales Ausbildungsverhältnis gelingen kann. Dies ist sowohl den Haupt- und Werkrealschulen als auch den Berufsschulen ein wichtiges Anliegen.
Im Vorfeld wurden die Berufsfelder im Unterricht vorgestellt. Es wurde nach den Voraussetzungen, der Ausbildung und den nötigen Qualifikationen recherchiert. Klassenlehrer Achim Winter ist überzeugt „solche Projekte lohnen sich immer. So etwas kann man in einem Klassenzimmer niemals bieten, dafür sind praktische Erfahrungen nötig. Die Kinder entdecken ihre Stärken und verstehen erst mal an welche Grenzen sie kommen können. Das Feedback der Schüler ist bisher durchweg positiv.“
 
Die Schüler durften sich vorab für zwei der vier möglichen Ausbildungsberufe entscheiden. Bei der Firma Schneider im Innenhof der Berufsschule konnten Straßenbauberufe entdeckt werden. „Wir haben vermessen, Steine gesetzt und die Zwischenräume mit Kies aufgefüllt. Solche Projekttage sind gut, dann weiß man was man machen möchte.“ erklärt Moritz Hofmann stolz. Das Thema Bauen hat ihm Spaß gemacht, gerade weil er vieles selber ausprobieren durfte. Auch Adam Lebsack ist begeistert „Ich fand die Projekttage cool. Das Ausmessen hat mir gefallen. Man lernt neue Menschen kennen und andere Schüler. Der Bereich Bau und Handwerk wäre schon was für mich.“
Im Gebäude zwei Stockwerke höher konnten die Achtklässler in die Berufe des Bäckers und des Fleischers Einblicke erhalten. Erste Hemmungen wurden abgelegt und alle durften mitanpacken.  „Es war super, dass es nicht nur Theorie sondern viel Praxis war“, berichtete Kristina Ryzova. Gemeinsam mit ihrer Freundin Patricia Weißenbach besuchten sie die Workshops im Bereich des Bäckers und der Pflege: „Man hat neue Menschen kennengelernt und wir haben viel im Team gearbeitet.“
Ein Raum weiter beurteilte Kai Schwab, Bäckermeister aus Schwäbisch Hall mit den Schülern die Größe, Form und den Geruch der Backwaren. All das muss bei der Arbeit als Bäcker beachtet werden. Auch für ihn war es eine interessante Zeit. „Es war sehr lebhaft, aber das Ergebnis und die Qualität der Produkte war sehr gut, ich bin wirklich zufrieden.“ Sein Kollege Karl Kronenmüller betont die optimale Einstiegslage für die Berufe:  „Es war interessant mit den Kindern zu arbeiten. Ich denke, das war nun der erste Schritt ins Berufsleben. Einmal schnuppern und sehen was dahinter steht. Vor allem lernen die Kinder Disziplin, Konzentration und das Bewusstsein im Umgang mit Lebensmittel. Die Berufschancen als Bäcker sind hervorragend bei guter Leistung. Das Engagement ist mit das Wichtigste.“ Kurt Rüdinger ist seit 34 Jahren Technischer Oberlehrer an der Berufsschule und hat Erfahrung im Beruf des Fleischers: „Es ist toll, dass die Schüler schnelle Erfolgserlebnisse sehen in der Arbeit mit Lebensmittel.  Die Produkte sind alle spitze. Man hätte sie genauso verkaufen können.“
Ein Projekt, dass die Schüler fernab vom Theoriealltag in der Schule und im Klassenzimmer nah an das Arbeiten im Beruf bringt. Sensibilität und das Verständnis für die vier Berufsfelder werden geschaffen. Konrektor der Georg-Wagner-Schule Rainer Süßmann steht voll und ganz hinter dem Projekt: „Es geht vor allem darum, dass solche Berufe wieder ins Bewusstsein kommen. Die Schüler lernen Respekt zu haben und verstehen was dahinter steckt. Als Schule möchten wir solche Projekte gerne wiederholen.“
Der ein oder andere Schüler hat sicher an einem der Berufe Gefallen gefunden – oder eben nicht, aber auch dafür sind solche Schnuppertage gut und fördern die Entscheidungen in der Berufswahl. Praktisch arbeiten, Einblicke in den Arbeitsalltag erhalten und erste Tipps holen – für die Werkrealschüler war es eine lehrreiche und spannende Zeit an der Berufsschule.

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