Pressemitteilung

5000 Zuschauer feiern den Start des Künzelsauer Ehrenbürgers Alexander Gerst ins All


Der gebürtige Künzelsauer und Ehrenbürger der Kreisstadt sitzt er eng gequetscht mit seinen beiden Kollegen in der Raumkapsel, die vom russischen Raumbahnhof Baikonur zur Internationalen Raumstation ISS fliegt. Ihn begleitet der Jubel der Zuschauer der Liveübertragung in Künzelsau.

Und der Jubel ist groß. Bürgermeister Stefan Neumann strahlt: „Ich bin erleichtert, dass alles wie geplant geklappt hat“. Er weiß: „Es ist immer spannend bis zum Schluss, weil das Prozedere jederzeit abgebrochen werden kann.“

Doch nicht nur der Start der Rakete erfolgt wie geplant. Auch das große Fest in der Kreisstadt geht reibungslos und ohne Zwischenfälle über die Bühne. Es sind sogar mehrere Bühnen, auf denen für die zahlreichen Gerst- und Weltraumfans viel geboten ist.

Es ist 11 Uhr, als die ersten Schulklassen vor dem Künzelsauer Rathaus eintreffen. „Wir haben alle Schulen eingeladen und freuen uns, dass sie sich an vielen Projekten rund um Raumfahrt und Weltall beteiligen.“, sagt Stefan Neumann. In der „Kids-Zone“ direkt vor der großen Bühne mit Leinwand haben die jungen Gerst-Fans die besten Plätze.

„Wir freuen uns, dass so viele da sind, um dieses Ereignis gemeinsam zu erleben“, begrüßt Bürgermeister Stefan Neumann die rund 5000 Besucher in der Hauptstraße. „Wir fiebern schon seit Monaten mit Alexander Gerst mit“, erzählt der Rathauschef. Bürgermeister Neumann und Ehrenbürger Gerst stehen in engem Kontakt miteinander.

Auch Landrat Matthias Neth begrüßt die vielen Zuschauer: „ Alexander Gerst ist der am weitesten gereiste Botschafter, den wir haben.“ Denn nicht nur in der Kreisstadt, in der ganzen Region gäbe es eine regelrechte „Gerst-Welle“.

Vielen gefällt, wie bodenständig der Wissenschaftler geblieben ist. Jeder Astronaut und Kosmonaut darf sich für seine Zeit im All neben der üblichen Astronautennahrung ein spezielles Gericht wünschen. „Linsen mit Spätzle und Saitenwürstle hat sich Gerst gewünscht“, weiß Neth. Das beeindruckt ihn: „Das zeigt, wie Alexander Gerst tickt.“ Und Neth gibt zu: „Und ich schaue mit Neid, was dieser Mensch alles kann.“

„Und er lässt uns teilhaben an seinem Abenteuer“, freut sich Stadtchef Neumann. Ein Erlebnis, das auch durch die Sponsoren des großen Start-Festes ermöglicht wird. Nobert Heckmann von der Firma Würth, Stefan Brandl von ebm-Papst und Werner Siller von der Sparkasse Hohenlohekreis sind auch dabei und freuen sich mit den Künzelsauern über den berühmten Sohn der Stadt. Für Stefan Brandl ist Gersts Mission zudem etwas Besonders, denn die engen Raumanzüge der Astronauten werden mit Ventilatoren von ebm-Papst belüftet. „Ohne die würde der Körper völlig überhitzen“, erklärt der Geschäftsführer des Mulfinger Unternehmens.

Die Spannung in der Künzelsauer Hauptstraße nimmt zu. Doch noch ist Zeit, und da es bei Alexander Gersts Mission Horizon vor allem um Forschung geht, gibt es zuvor nicht nur für Schulklassen interessante Informationen rund um Forschung und Raumfahrt.

Die Experimenta ist vor Ort mit einem Zelt, in dem Kinder basteln und experimentieren können. Auch die aus dem Fernsehen bekannten „Physikanten“ sind eingeladen. Im weißen Kittel steht Matthias Salewski auf der Bühne und hat sein spielerisches Programm eigens auf Raumfahrt ausgerichtet: Und so knallt und schießt es auf der großen Bühne.

Sebastian Last von der Stiftung Kinderherzen erzählt den faszinierten Zuhörern, was Raumfahrt mit Kinderherzen zu tun hat und wie die Forschung von den Versuchen im All profitiert. Vor allem aber die Kinder.

Moderatorin Kristina Sterz führt die Interviews und selbst die Missionsmanagerin und Astronautenbeauftrage Freya Schaffler-Kayser ist in Künzelsau vor Ort und lobt ihren Schützling Alexander Gerst in den höchsten Tönen.

Auch ins Raumfahrtzentrum Oberpfaffenhofen gibt es Liveschaltungen und interessante Infos darüber, wie sich die Astronauten auf ihre Mission vorbereiten. So erfahren die Zuschauer auch, was Alexander Gerst in den nächsten 195 Tagen auf der ISS alles erforschen soll.

Kurz vor dem Start dann noch ein Highlight für die Menschen in der Hauptstraße: Alexander Gerst meldet sich persönlich: „Hallo Künzelsau“, grüßt er auf der großen Leinwand, und die Menge jubelt. „Ich freue mich, dass ihr beim Start live dabei seid“, sagt er und verspricht: „Schaut genau hin, ich werde euch beim Starten zuwinken.“

Und kurz darauf kommen die ersten Live-Bilder aus Baikonur. Lächelnd, winkend und auffällig entspannt marschiert Alexander Gerst mit seinen Kollegen Richtung Sojus Rakete. Es wird ruhiger in der Hauptstraße. Die zahlreichen Presse-Vertreter versammeln sich auf dem Podest, um nur ja nichts zu verpassen.

Die Menschenmenge stimmt den Countdown an. „In Russland drehen sie einfach zwei ganz normale Schlüssel um“, weiß Bürgermeister Stefan Neumann. Und dann startet der Ehrenbürger ins All.

In Oberpfaffenhofen verfolgt Astronauten-Kollege Gerhard Thiele den Start. Viel sagen kann er nicht, denn er ist voll auf die Sojus konzentriert. „Ich hab‘ einen Tunnelblick“, wehrt er die Fragen seiner Raumfahrtkollegen ab.

Die Rakete selbst ist kaum noch zu sehen, wie ein Stern leuchtet sie am Himmel. Acht Minuten dauert es, bis die Sojus da ist, wo sie hin soll: auf ihrer Bahn zur ISS.

Die Menge jubelt. Stefan Neumann strahlt. „Schön, dass es so gut geklappt hat“. Live auf der Bühne redet er mit Mitgliedern der Hohenloher Delegation, die beim Start in Baikonur vor Ort war. Christian von Stetten (Bundestagsabgeordneter und Künzelsauer), Elke Sturm (Pressesprecherin der Stadt), der Hohenloher Musiker Frank „Molle“ Winkler, in dessen Weinstube in Forchtenberg Gerst gerne mal was trinken geht, Stadtrat Martin Probst und Thomas Zimmermann, Redakteur der Hohenloher Zeitung, waren beim Start vor Ort. „Das war ein emotionaler Moment“, erzählt Zimmermann, der Gerst noch kurz vor dem Start interviewen konnte. „Er war ganz locker drauf, hat noch mit seiner Familie gesprochen“ erzählt er. Allerdings getrennt durch eine Glaswand. Denn alle Astronauten sind vor dem Start in Quarantäne, damit sie sich keine Krankheit anfangen.

Auch Künzelsaus Pressesprecherin Elke Sturm war beeindruckt. „Wir hatten die besondere Chance, Alexander Gerst auf seinen letzten Schritten, Programmpunkten zu begleiten.“ Alexander Gerst und seine Crew hätten das bewährte Programm vor dem Start souverän und fast entspannt absolviert: den Gang vom Kosmonauten Hotel zum Crew-Bus in Baikonur. Dann das Einkleiden und Salutieren. „Tatsächlich hat sich auch bei mir so was wie positive Spannung mit jeder Minute, die der Start näher rückte, eingestellt. Sekunden vor dem Start wurde es auf der Zuschauer-Plattform ganz still. Gänsehaut-Gefühl“, erzählt Elke Sturm.

Der Missionsmanager des DLR, Volker Schmid, sagte stolz: "Das war ein Bilderbuchstart. Die russischen Partner haben ihn in gewohnter Präzision durchgeführt.“ Er erklärt: „Diese internationale Partnerschaft, zu der auch Künzelsau gehört, macht uns besonders stolz. Wir fühlen uns privilegiert, das heute miterlebt zu haben und freuen uns jetzt darauf, mit Alexander Gerst in den nächsten sechs Monaten zusammenzuarbeiten. Und ich bin stolz, dass Alexander Gerst die Unterstützung aus Künzelsau schätzt.“

Elke Sturm verrät ein Geheimnis: „ Ich freue mich schon darauf, von ihm persönlich beim Live-Call im Juli zu erfahren, wie es ihm geht und an was er arbeitet."

Ein Teil von Alexander Gersts Familie war nicht in Baikonur: Seine beiden Großmütter verfolgten den Start in der Menge auf der Künzelsauer Hauptstraße.

Stefan Neumann freut sich über den gelungenen Tag. „Aber jetzt muss ich erstmal meine Koffer packen“, sagt er. Denn er fliegt am Donnerstag nach Moskau. Dort wird er am Samstag live mitverfolgen, wie die Sojus an die ISS andockt und Alexander Gerst mit seiner Mission Horizon beginnt.


Tausende Menschen haben die Live-Übertragung Start von Alexander Gerst in den Weltraum in der Künzelsauer Innenstadt mitverfolgt. Foto Olivier Schniepp.Tausende Menschen haben die Live-Übertragung zum Start von Alexander Gerst in den Weltraum in der Künzelsauer Innenstadt mitverfolgt.

Der Physikant Matthias Salewski der Experimenta sorgte für Spannung, gerade bei den Jüngeren Besuchern. Foto Olivier SchnieppDer Physikant Matthias Salewski der Experimenta Heilbronn sorgte für Spannung, gerade bei den jüngeren Besuchern.

Landrat Dr. Matthias Neth mit den Sponsoren vertreten durch Norbert Heckmann von Würth , Stefan Brandl von der ebm-Papst Gruppe und Werner Siller von der Sparkasse mit Bürgermeister Stefan Neumann auf der großen Bühne. Foto Olivier Schniepp.
Landrat Dr. Matthias Neth und Bürgermeister Stefan Neumann mit den Sponsoren vertreten durch Norbert Heckmann von Würth, Stefan Brandl von der ebm-Papst Gruppe und Werner Siller von der Sparkasse Hohenlohekreis  auf der großen Bühne.

  • Stadtverwaltung Künzelsau
  • Stuttgarter Straße 7,  74653 Künzelsau,  Tel.: 07940 129-0,  info@kuenzelsau.de