Pressemitteilung

„Unsere Elf im All“


Obwohl er schon der elfte Deutsche im All ist und in der Zahl der Astronauten weit über der Nummer 500 rangiert, ist der Griff nach den Sternen immer noch etwas Besonderes und hat noch nichts an seinem Reiz eingebüßt.

Nach den Umbauarbeiten im Erdgeschoss des Stadtmuseums wird dort ab Montag, 16. März 2015, eine neue Sonderausstellung eröffnet. Bürgermeister Neumann eröffnet die Ausstellung um 16.00 Uhr und lädt ein: „Die Ausstellung bietet Einblick in die deutsche Beteiligung an der bemannten Raumfahrt und ist eine ideale Einstimmung auf die große Willkommens-Party für Alexander Gerst und die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an ihn, die am 9. Mai in Künzelsau stattfinden. Wer Interesse hat ist herzlich eingeladen.“
 
Die Ausstellung befasst sich mit den deutschen Astronauten, ihren Leistungen und der Fankultur. Natürlich darf der jüngste in der Reihe nicht fehlen, Alexander Gerst. Das Stammhaus der Familie befindet sich unmittelbar neben dem Museumsgebäude. Gezeigt wird, wie der Mensch schon in der frühen Steinzeit versuchte, sich aus den Sternen Erkenntnisse und Lebensanleitungen zu holen. Stonehenge und die Scheibe von Nebra sind faszinierende Beispiele dafür. Phantasien über die Weltraumfahrt und die Anfänge der Raketentechnik werden kurz dargestellt. Die bemannte Raumfahrt wurde Realität, das Leben auf der International Space Station (ISS) funktioniert, und heute redet der Mensch von Projekten wie der Besiedelung des Mars.
 
Die ersten beiden Deutschen im All waren DDR-Bürger. Eine Chance bekam Jagdflieger Sigmund Jähn, als die Sowjetunion ihre sozialistischen Brudernationen in das Raumfahrtprogramm einbezog. Die DDR konnte mit ihren hervorragenden optischen Produkten punkten und eine Multispektralkamera den Kosmonauten für ihre Arbeit mitgeben. Dieser Flug fand 1978 statt.
Der nächste, Ulf Merbold, hatte seine Chancen wahrgenommen, indem er noch vor dem Bau der Mauer in den Westen ging. Hier, in Stuttgart, versprach er sich die bessere Ausbildung zum Physiker. Er war 1983 bei der Inbetriebnahme des Spacelab dabei – nach dem Skylab das zweite jemals von Menschen ins All geschaffte Experimentierlabor. Es hat sich ergeben, dass Merbold mit drei Flügen bisher der am häufigsten im All befindlich gewesene Deutsche ist.
 
In der Künzelsauer Ausstellung werden alle elf deutschen Astronauten präsentiert, mit Lebenslauf, wissenschaftlicher Leistung und weiteren erwähnenswerten Details. Freundlicherweise haben die DLR und die ESA das Fotomaterial für diese Ausstellung zur Verfügung gestellt. Die Exponate stammen von privaten Sammlern und aus dem Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum in Feucht. Ein wenig kommt auch der Heldenrummel um die Astronauten zur Sprache. Dazu werden in Vitrinen Erinnerungsgegenstände zu den Astronauten präsentiert: Bücher, Autogrammkarten, Briefmarken, usw.
 
Natürlich wird dem Stolz der Künzelsauer gebührend Platz eingeräumt: Der junge Astronaut Alexander Gerst wurde 1976 hier im Kreiskrankenhaus geboren. Seitdem der Urgroßvater 1927 aus Alpirsbach hergezogen war, gehört die Familie ins Kochertal. Alexander Gersts Fotos von seinem Weltall-Aufenthalt sind auf einem Display zu sehen.
Alexander Gerst in der Cupola der ISS, Foto DLR
Cupola - Eine besonders große "Fangemeinde" erwarb sich Alexander Gerst durch die vielen Fotos des Planeten Erde, die er während seiner Weltraumreise der Öffentlichkeit mitteilte.
Foto DLR



Auch die Pioniere aus der Region, die sich ebenfalls der Weltraumfahrt widmeten, sind zu würdigen. Zum einen ist es der Ballistiker Professor Carl Julius Cranz (1858-1945), der an Raketenantrieben forschte. Er wurde in Hohebach geboren. Der Pionier der Raumfahrtbahntechnik Dr. Walter Hohmann (1880-1945) stammte aus Hardheim. Auch ein Künzelsauer war Raketenforscher Dr. Walter Häussermann (1914-2010) einst zuständig für Rechner, Simulation und Raketensteuerung. Der Künzelsauer Physiklehrer Frank Hielscher (1944-2006) darf hier auch nicht fehlen. Als Praktikant arbeitete er bei der NASA unter Wernher von Braun und fertigte Bahnberechnungen. Er entschied sich dann doch für den Schuldienst – einer seiner talentiertesten Schüler war – anders kann es gar nicht sein – Alexander Gerst.
 
Es gibt einige Filme, die einzelne Aspekte der Weltraumfahrt zeigen. Des Weiteren sind ausgewählte Raketen-Modelle zu sehen.
 
Die Ausstellung „Unsere Elf im All“ kann bis Sonntag, 17. Mai 2015 von Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.
Live Call am 04.09.2014 in Künzelsau via Liveschaltung mit Alexander Gerst auf der ISS, Foto Sadtverwaltung Künzelsau/Gesper, Künzelsau
Livecall - Stolz nahm die Heimatstadt Künezlsau Anteil an Alexander Gersts Arbeit. Bei einem Livecall am 04.09.2014 vor über 5.000 Zuschauern berichtete der Austronaut direkt aus der ISS.

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