Pressemitteilung

Zukunftswerkstatt:Schatzkiste der Ideen


auf die Stärken und Schwächen der Stadt geblickt, bevor Visionen für einen Zeitraum der nächsten zehn Jahre am Nachmittag nur so gesprudelt sind. „Wie wollen wir leben im Jahr 2025?“, steht als übergreifende Frage.

Die Dokumentation in Bildern

Bürgerinnen und Bürger beschäftigen sich mit der Zukunft von Künzelsau
Wo sind die Stärken, wo können wir noch was tun?

Was für einen Teilnehmer einen erwähnenswerten Pluspunkt darstellt, ist unter Umständen für den anderen ein Negativposten. Eins von mehreren Beispielen dafür ist die obere Hauptstraße. Sie wird nach der Neugestaltung vor einigen Jahren von Teilnehmern als positiv bewertet, während andere hier Handlungsbedarf sehen und den Bachlauf für Kinder attraktiver machen wollen, eine Verkehrsberuhigung oder noch weitergehender, eine Fußgängerzone einrichten möchten. In fünf Arbeitsgruppen bringen die Teilnehmer ihre Einschätzung mit jeweils zwei Moderatoren zu Papier und an die Stellwand. Neben einer grünen Karte mit der Aufschrift „Stadtbild hat sich sehr positiv entwickelt“, hängt eine rote Karte mit der Aufschrift „Keine Stadtentwicklung“. Die Farbsymbolik steht hier für Schwäche und Stärke – rot und grün. Die Themenpalette des Tages ist weit gespannt. Als Pfund werden das gute Bildungs- und Arbeitsplatzangebot und auch die Familienfreundlichkeit gesehen. Mehrheitlich rote Karten füllen den Platz unter dem Sichtwort Verkehr: Kein Bahnanschluss, öffentlicher Bahnverkehr und Parkplätze an der Hochschule prangen an der Stellwand. Im grünen Bereich der angepinnten Themen liegen das Kulturangebot, eine reges Vereinsleben, eine gute Dorfgemeinschaft in den Teilorten, die Künzelsauer Nachrichten und ein bürgernahes Rathaus mit dem gelobten Service des Bürgerbüros im Erdgeschoss des Rathauses. Ganz allgemein werden Verbesserungen bei der Bürgerbeteiligung und Informationspolitik angesprochen und das Fehlen eines Bürgerhauses benannt.
Längst reicht eine Seite der Stellwand für die vielen Karten nicht mehr aus. Jede der fünf Arbeitsgruppen erweitert ihren Aktionsradius auf eine zweite Wand oder die Rückseite. „Kein Beitrag, der heute hier angepinnt ist, wird verloren gehen.“ Jürgen Hörstmann, der im Auftrag der FamilienForschung des Statistischen Landesamtes zusammen mit Philipp Ziegler das Managementverfahren in Künzelsau begleitet, erklärt, dass eine eigens gegründete Projektgruppe, die Ergebnisse des Zukunftswerkstatt weiter aufbereiten und bearbeiten wird. Diese Gruppe setzt sich aus Vertretern der Gemeinderatsfraktionen, Kirchen, Vereinen, Wirtschaft, Intuitionen, Bürgern und Stadtverwaltung zusammen. Nach dem Beschluss des Gemeinderates im vergangenen Jahr, an dem Verfahren teilzunehmen, hat sich die Projektgruppe bereits zweimal zur Vorbereitung der Zukunftswerkstatt getroffen. „Sie wird auch aus den heutigen Ergebnissen eine Vorlage an den Gemeinderat mit Handlungsempfehlungen erarbeiten. Der Gemeinderat entscheidet über das weitere Verfahren“, erklärt Bürgermeister Stefan Neumann das weitere Vorgehen.

Wie wollen wir leben?
Am Vormittag ist eindrucksvoll von den Moderatorinnen und Moderatoren der Arbeitsgruppen präsentiert worden, dass Künzelsau in vielen Bereichen viel erreicht hat - Stärken hat, die besser betont werden könnten und Schwächen, an denen gearbeitet werden sollte. Auf dieser Grundlage wird nach der Mittagspause die Frage in den Mittelpunkt gestellt, wie man 2025 in Künzelsau leben will. - Dann soll Künzelsau eine vernetzte Stadt mit einer Plattform und Bündelung bürgerschaftlichem Engagements mit einem Bürgerhaus sein. Eine Begegnungsstätte ist für die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Miteinander in Künzelsau“ notwendig, außerdem ein Kulturzentrum und es gibt eine Begrüßungskultur, zu der ein Jahresempfang für Neubürger ebenso gehört, wie ein Tag des ausländischen Mitbürgers. Integration wird unter anderem praktiziert im Mehrgenerationenhaus und auf einem altersübergreifenden Spielplatz. Dort soll es auch Angebote für Erwachsene geben, die sich gerne treffen, wenn sie Kinder oder Enkelkinder begleiten. Das alte Rathaus wird von der Arbeitsgruppe, die sich unter „Gerne leben in Künzelsau“ zusammengefunden hat, als Bürgerhaus vorgeschlagen. Das nördliche Kocherufer zu beleben, das Schloss nachts beleuchten und die historische Stadtstruktur bewahren, die Keltergasse zu beleben und zu überdachen sind Punkte, die von der teilnehmerstärksten Arbeitsgruppe zusammengetragen werden.
Die Arbeitsgruppe, die sich mit der Fragestellung beschäftigt, wie die Lebensqualität in den Teilorten zu verbessern ist, bündelt mehrere Ideen zur Verkehrssituation und Mobilität. Hier reicht die Gedankenpalette von Radstreifen entlang aller Ortsverbindungsstraßen bis zum bedarfsorientierten Rufbussystem und einem ehrenamtlich organisierten flexiblen Transportsystem. Innerörtliche Entwicklungskonzepte, Bauplätze und die Darstellung der Geschichte der Teilorte im Stadtmuseum sind hier ebenfalls benannt worden.
Menschen für Künzelsau gewinnen und begeistern gelingt nach der Auffassung der so betitelten Arbeitsgruppe im Jahr 2025 mit einem verbesserten Angebot für Jugendliche und Studierende. Das könnte eine Halle für die Jugend und ein erweitertes Parkplatzangebot für Studierende an der Hochschule ebenso sein wie eine City-Bus-Verbindung von der Stadt zur Hochschule und ein Jugendmanager. Attraktionen schaffen, Alleinstellungsmerkmale erarbeiten, werden imagefördernd gesehen. Das Angebot von kostenfreiem W-Lan in der Stadt und eine Tarzanbahn über den Kocher könnten Leuchtturmprojekte sein.

Ergebnisse der Arbeitsgruppen – 2025?
Auf der Grundlage des Zusammengetragenen des Tages haben die fünf Arbeitsgruppen in eineinhalb Stunden konkrete Schritte und Handlungen ausgearbeitet und präsentiert: Das alte Rathaus bietet sich für ein zentral gelegenes Bürgerhaus, das generationsübergreifend genutzt werden kann, an. Dieses Projekt hält die Arbeitsgruppe um die beiden Moderatoren Dr. Thomas Tischler und Peter Blumhagen für kurzfristig umsetzbar. Mit dem Thema Stadtbild verbinden sie die Stadt am Fluss und regen an, das Thema Wasser in der Innenstadt aufzugreifen und erlebbar zu machen, das historische Stadtbild zu pflegen, Neues sorgfältig zu integrieren. Mit entsprechend gestalterischen Maßnahmen sollte die Hauptstraße wieder zur verkehrsberuhigten Zone werden.
Um Menschen für Künzelsau auch in Zukunft zu gewinnen und begeistern zu können konkretisiert die von Dr. Thomas Peukert und Erwin Bergmann moderierte Arbeitsgruppe Ansätze des Vormittags: Eine Halle für die Jugend, das Erarbeiten von Alleinstellungsmerkmalen zur Imageförderung bleiben mit einem Patenmodell Jugendrat mit Gemeinderat, einem Netzwerk zwischen Vereinen, Hochschule und Stadt ihre Prioritäten – wie ein Kulturprogramm der Hochschule und Stadt.
Willkommenskultur und Integration stellt die Arbeitsgruppe „Miteinander in Künzelsau“ im Jahr 2025 in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Neubürger in Künzelsau willkommen heißen beinhaltet für die Gruppenteilnehmer um die beiden Moderatoren Axel von Klitzing und Anneliese Scholz unter anderem Info- und Präsentpakete, einen Jahresempfang und einen Neubürgerstammtisch. Integration im Sinne von Miteinander leben in Künzelsau wird gefördert durch Begegnungsmöglichkeiten im alten Gefängnis, alten Rathaus oder Schulen, in einem Kulturzentrum, altersübergreifenden Spielplätzen, einer Park- mit Freizeitanlage in den Wertwiesen und mit einem integrierenden Dorfplatz im Wohngebiet Taläcker.
Für die „Zukunft der Künzelsauer Teilorte“ sieht die Arbeitsgruppe mit eben diesem Arbeitstitel Potenzial in den bereits begonnen innerörtlichen Entwicklungskonzepten. Die Initiative für deren langfristige Weiterführung, so stellt Ernst Gruber, der die Gruppe gemeinsam mit Katharina Frank moderiert, vor, müsse aus dem Ort selbst kommen, dann Bedarf und Ziele ermittelt werden. Die Verlängerung der Stadtbahn bis Künzelsau steht ganz oben auf der Prioritäten-/Ideenliste beim Thema Verkehr - gefolgt, von der Ergänzung des Nahverkehrs durch flexible, bedarfsorientierte Angebote, zum Beispiel Rufbus oder Bürgerbus.
Bürgerbeteiligung, vernetzte Stadt, Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit sind die Bereiche, die die Arbeitsgruppe um die Moderatoren Annette Wenk und Sephora Maillet mit einem Bick in die Zukunft beleuchtet haben. Im Jahr 2025 sehen sie den Bürger als Partner einer transparenten Stadtverwaltung. In der vernetzten Stadt können Informationen zwischen Kommune und Bürger über verschiedene moderne Kommunikationsmöglichkeiten ausgetauscht werden. Dann ist Künzelsau auch eine CO2-neutrale Stadt mit einem Energie- und Mobilitätskonzept zu dem Carsharing, Elektrofahrzeuge, Mitfahrzentrale, Bürgerbus und die mehrfach genannte Stadtbahn gehören.
Und, und, und … „Das heute war eine Schatzkiste der Ideen“, fasst Jürgen Hörstmann den Tag in der Zukunftswerkstatt zusammen. Die Vielfalt und Menge der angesprochenen Themen zeigt, ebenso wie das Engagement der Teilnehmer an der Zukunftswerkstatt, dass es eine starke Verbundenheit zu und eine starke Identifikation mit Künzelsau gibt.

Bürgermeister Neumann freut sich, dass so viele Menschen bei herrlichem Wetter in der Stadthalle über die Zukunft der Stadt gesprochen und Ideen entwickelt haben und bedankt sich. „Ich würde den Hut vor Ihnen ziehen, wenn ich einen aufhätte.“

Zukunftswerkstatt am 17.05.2014 in der Stadthalle: Sie waren dabei „K’au 20205“
Das Projekt wird begleitet von FamilienForschung und Ministerien Künzelsau ist eine der 22 Pilotkommunen in Baden-Württemberg, die im Rahmen des „Managementverfahrens familienfreundliche, bürgeraktive & demografiesensible Kommune“ ihre Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit verbessern wollen. Fachlich begleitet und unterstützt wird das Vorhaben von der FamilienForschung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg und dem Kommunalverband für Jugend und Soziales. Das Managementverfahren wird durch das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg gefördert. Weitere Partner sind das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, der Gemeindetag, der Städtetag und der Landkreistag sowie die Akademie Ländlicher Raum.

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