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Denkmalschutz - Bescheinigung für steuerliche Förderung beantragen

Der Denkmalschutz soll die originale Bausubstanz und das historische Erscheinungsbild von Kulturdenkmalen weitgehend bewahren.
 
„Kulturdenkmale sind Sachen, Sachgesamtheiten und Teile von Sachen, an deren Erhaltung aus wissenschaftlichen, künstlerischen oder heimatgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse besteht.“ (§ 2 DSchG)
 
Grundsätzlich gilt: Eigentümer und Besitzer von Kulturdenkmalen sind nach § 6 DSchG verpflichtet, diese im Rahmen des Zumutbaren zu erhalten und pfleglich zu behandeln.
 
Das Denkmalschutzgesetz Baden-Württemberg unterscheidet zwischen so genannten einfachen Kulturdenkmalen nach § 2 DSchG, die in Listen erfasst werden, und zwischen Kulturdenkmalen von besonderer Bedeutung nach § 12 DSchG, die im Denkmalbuch eingetragen werden.
 
Außerdem gibt es Gesamtanlagen nach § 19 DSchG. Die Ausweisung von Gesamtanlagen hat zum Zweck, das Bild der Gesamtanlage zu schützen.
 
Zuständige Stelle
 
Stadtverwaltung Künzelsau
Stadtbauamt
- Untere Denkmalschutzbehörde –
Stuttgarter Straße 7
74653 Künzelsau
 
Ansprechpartner:
David Hägele
Zi. 116
Tel.: 07940 129-422
E-Mail: david.haegele@kuenzelsau.de
Verfahrensablauf
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Verfahrensablauf
Sie wollen Maßnahmen an einem Kulturdenkmal, die in die Substanz eingreifen oder das Erscheinungsbild beeinträchtigen können, vornehmen? Dafür benötigen Sie immer eine Genehmigung der zuständigen Denkmalschutzbehörde – egal, ob Sie für Ihr Vorhaben eine Baugenehmigung benötigen oder nicht. Bei Kulturdenkmalen von besonderer Bedeutung gilt dies auch für bauliche Maßnahmen in deren Umgebung.
 
Sie müssen die denkmalschutzrechtliche Genehmigung grundsätzlich bei der Unteren Denkmalschutzbehörde schriftlich beantragen. Untere Denkmalschutzbehörde ist je nach Ort,  in dem das Bauvorhaben liegt, die Gemeinde-/Stadtverwaltung oder das Landratsamt.
 
Ausgenommen sind Baumaßnahmen, für die Sie eine Baugenehmigung benötigen. Für diese müssen Sie einen Bauantrag bei der Unteren Baurechtsbehörde einreichen.
 
Die Baurechtsbehörde beteiligt die Denkmalschutzbehörde im Rahmen des Genehmigungsverfahrens. Sie müssen sich dann nicht zusätzlich an die Denkmalschutzbehörde wenden.
 
Sie dürfen erst mit der Baumaßnahme beginnen, wenn die Genehmigung vorliegt.
Erforderliche Unterlagen
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Erforderliche Unterlagen
Je nach Einzelfall müssen unterschiedliche Unterlagen vorgelegt werden, beispielsweise:
 
Lageplan des Objekts
Planunterlagen (Grundrisse, Ansichten, Schnitte) des Objekts
Detaillierte Maßnahmenbeschreibung mit Materialangaben und bautechnischen Details oder
Voruntersuchungen und Gutachten von Sonderfachleuten (z.B. aus den Bereichen Restauration, Statik, Geologie)
Erhebungsbogen für die Statistik über die Bautätigkeit im Hochbau (Baugenehmigung – Bauüberhang – Baufertigstellung oder Abgang – Abriss – Nutzungsänderung) in zweifacher Ausfertigung 
Wenden Sie sich bitte frühzeitig an die Untere Denkmalschutzbehörde. Diese teilt Ihnen mit, welche Unterlagen Sie für Ihr Genehmigungsverfahren benötigen.

> Antrag auf denkmalschutzrechtliche Genehmigung
Kosten/Leistung
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Kosten/Leistung
Die Stadt Künzelsau erhebt für Auskünfte, Informationen und Beratungen, die den Denkmalschutz betreffen, keine Gebühren. Auch die Erteilung von denkmalrechtlichen Genehmigungen ist gebührenfrei.
 
Handelt ein Eigentümer entgegen der Vorgaben und Zielsetzungen des Denkmalschutzgesetzes, so kann die Untere Denkmalschutzbehörde Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten. Ordnungswidrigkeiten können in besonders schweren Fällen mit bis zu 250.000 Euro geahndet werden.
Sonstiges
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Sonstiges
Steuerliche Vorteile

Neben der unmittelbaren Förderung durch Zuschüsse ist die Erhaltung von Bau- und Kulturdenkmalen auch steuerlich begünstigt.
 
Um steuerliche Vergünstigungen in Anspruch nehmen zu können, müssen Sie ihrem Finanzamt eine besondere Bescheinigung vorlegen. Sie gilt als Nachweis für die Denkmaleigenschaft und die Erforderlichkeit der Aufwendungen.
 
Sie können die Bescheinigung nur für bestimmte Bau- und Kulturdenkmale und nur für bestimmte Maßnahmen erhalten. Begünstigt werden:
 
Herstellungskosten an Baudenkmalen, die zu Einkünften führen (z.B. Gewerbebetrieb, freier Beruf, Land- und Forstwirtschaft, Vermietung und Verpachtung)
Herstellung und Erhaltung selbstbewohnter Kulturdenkmale
Aufwendungen an einem zu keiner Einkunftsart gehörenden und nicht selbstbewohnten Baudenkmal
Unter bestimmten Voraussetzungen Aufwendungen bei anderen schutzwürdigen Kulturgütern (z.B. gärtnerische, bauliche und sonstige Anlagen, Möbel, Kunstgegenstände, Kunstsammlungen, wissenschaftliche Sammlungen und Archive in Privatvermögen) 
Die Anschaffungskosten für ein Baudenkmal sind nicht begünstigt. Zu den begünstigten Herstellungskosten zählen Instandsetzungs- und Modernisierungsosten nach Abschluss des Kaufvertrages.
 
Die Bescheinigung ist nicht die einzige Voraussetzung, um die Steuervergünstigung zu erhalten. Die Finanzbehörde prüft weitere steuerrechtliche Voraussetzungen.
 
Eine Voraussetzung ist auch die Erteilung einer denkmalschutzrechtlichen Genehmigung für die Maßnahmen.
 
 
Verfahrensablauf: Die Bescheinigung müssen Sie bei der zuständigen Stelle schriftlich beantragen. Die Denkmalschutzbehörde prüft, ob die Baumaßnahmen nach Art und Umfang
- zur Erhaltung des Gebäudes als Baudenkmal oder
- zu seiner sinnvollen Nutzung erforderlich sind.
 
 
Erforderliche Unterlagen:
- Kostenaufstellung, die nach Gewerken geordnet ist
- Originalrechnungen (anhand der Kostenaufstellung durchnummeriert)
- denkmalschutzrechtliche Genehmigung, aus der hervorgeht, dass die Baumaßnahmen
  mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt sind
- entsprechende Nachweise sofern Zuwendungen aus „öffentlichen Mitteln“ bezogen
  wurden
- bei Wohnungseigentum
Namen und Anschriften aller Eigentümer
Teilungserklärung, aus der die 1000/Anteile der einzelnen Eigentümer ersichtlich sind 
Die bescheinigten Aufwendungen können mehrere Jahre als Sonderausgaben bei der Steuererklärung geltend gemacht werden.

 
Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt zum Bescheinigungsverfahren für Steuerbescheinigung.
Rechtsgrundlage
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Rechtsgrundlage

  • Stadtverwaltung Künzelsau
  • Stuttgarter Straße 7,  74653 Künzelsau,  Tel.: 07940 129-0,  info@kuenzelsau.de